WENN SICH DER RASSIST ORDENTLICH ANZIEHT, DARF ER MITSPIELEN

Eigentlich halte ich nichts von Säuen die auf Twitter oder anderswo durchs Dorf getrieben werden.

Uneigentlich werden dort und in den Medien allgemein noch immer Rassisten oder Diskriminierung in Schutz genommen und verharmlost.

Unter dem Deckmantel ewigen Verständnisses und großer Aufgeschlossenheit, wird seit Jahren eine offene Haltung propagiert, wo im Grunde viele nur auf Rattenfang aus sind. WählerInnen beeinflussen, sich mit den Konservativen wieder gut stellen, die in den letzten Wahlperioden (huuch, ein Versehen!) nach rechts gerutscht sind.

Die Verantwortung die wir diesen Menschen damit absprechen und der Hohn ihren bevorzugten Opfern gegenüber, ist groß. Ist peinlich. Ist beständig präsenter und normaler geworden. Salonfähig ist es, mit Nazis reden zu wollen, deren Opfern aber zu wenig Raum zu geben. Plattform für die falschen. Mainstream-Diskriminierung. Wir alle wollen mitreden, also gehen wir über Leichen.

Nun hat ein Tamponhersteller sich ebenfalls auf das falsche Pferd geschwungen und gründlich vergaloppiert. Seine Aussage, es dürften zu einer großangelegten Charityaktion, deren Sinn noch nicht ganz klar ist, aber uns Aufmerksamkeit für Olympia einbringen soll (vermutlich nur dem Startup Publicity bringt), auch Nazis kommen, wenn sie andere nicht diskriminieren würden, sorgte nicht nur beim Interviewer für ein sarkastisches Lachen.

Fassungslosigkeit machte sich stattdessen in mir breit. Wieso? Wer setzt sich dort in die Öffentlichkeit, sich seiner Wirkung scheinbar nicht bewusst und gibt in all seiner Verantwortung solch einen Stuss von sich?

Nun mag man ihm zugute halten kein Medienprofi zu sein oder schlecht und unvorbereitet in die Fragestellung geraten zu sein, aber gerade Menschen meiner Generation sollten aufhören sich einer Richtung anzubiedern, die im Grunde nur auf Hass und Angst begründet wurde. Natürlich nicht nur. Da sind auch noch Fremdenfeindlichkeit, Ignoranz, Ausgrenzung, Wut, Gewaltbereitschaft, Dummheit und viele andere Attribute die keine sind.

Und ja, auch echte alte Hasen im Geschäft, medial oder politisch, neigen dazu sich dem Pöbel nicht in den Weg zu stellen, sondern brav zu folgen. Sie haben nicht aus der Vergangenheit gelernt. Oder eben doch?

Angst vor dem Bösen und Einschüchterung vor den Blöden macht sie schwach. Lässt sie glauben, nur wer nur mit ihnen redet, wird irgendwann gehört. Das Problem ist: ihr wollt nicht zuhören!

Sie sind nicht unsere verirrten Schafe, Freunde die sich ein sauberes Hemd anziehen müssen und dann wieder zu Tisch gebeten werden. Sie sind bereit uns das Messer in den Rücken zu rammen, bei jeder Wahl, bei jeder Gelegenheit.

Hört auf ihnen Gelegenheiten zu bieten!