UNBEDEUTENDE KLEINIGKEITEN

Es gibt diese Momente als Singlemutter…ach halt, ich bin ja gar kein Single!

Es gibt Momente in meinem Leben, da erkenne ich meinen Beziehungsstatus einfach nicht an. Momente, in denen ich gerne zu zweit wäre, aber alleine bleibe.

Einkaufen ist so eine Gelegenheit, die ich viel häufiger alleine als zusammen ergreifen muss. Dabei schleppe ich mich nicht nur fast immer tot, denn zwei Kinder und eine Erwachsene wollen eben versorgt werden, nein, es gibt auch andere Baustellen. Beispielsweise denke ich sehr häufig an die anderen. Ich gehe mit dem Vorsatz einkaufen, dem Partner und den Kids etwas mitzubringen. Kleinigkeiten. Aufmerksamkeiten. Etwas was ihnen gefallen könnte. Dabei gebe ich mich weder auf, noch breche ich mir den Zacken aus der Krone.

Sitze ich dann vor dem Rezept am Küchentisch und überlege was ich wo besorgen werde, fällt mir auf, dass ich das jetzt alleine mache. Manchmal begleiten mich die Kinder. Meist flitze ich schnell selbst los.

Früher, als ich mit meinen Partnern die Wohnung und das Leben teilte, ging es oft zusammen einkaufen. Da standen wir vor verschiedenen Regalen und trafen uns hier und da wieder. Meist dort, wo die Gemeinsamkeiten lagen: Süßigkeiten und Klopapier. An der Kasse wurde aus einem Leben wieder zwei und wir trennten die Kosten auf. Nicht romantisch, aber vollkommen okay.

Heute stehe ich nicht nur alleine vor den Schweinereien, nein, ich bin diejenige die den Korb schleppt, an der Kasse auspackt, zahlt und völlig verschwitzt einpacken wird. Ich laufe den Weg nach Hause in Gedanken bei einem Partner mit dem ich jetzt reden könnte, stumm. Manchmal genervt von der Schwere des Beutels. Ich steige die Treppen hinauf zur Wohnung und zähle die Stufen. Etwas mehr als 90 vielleicht. Dann fische ich den Schlüssel aus der Tasche und erst wenn ich alle Waren auf den Küchentisch gelegt habe, setzt die Entspannung langsam ein.

Alleine zu wohnen, hat Vorteile. Viele sogar. Man muss nicht die Wäsche des anderen waschen, geschweige denn sehen. Niemals gibt es Zank um Möbelstücke. Gefällt ihm dieses oder hasse ich jenes? Ich kann Sport machen oder mir die Augenbrauen zupfen, während eine Serie läuft und wenn ich Kramecken habe, dann sind das alleine meine. Keiner verurteilt mich. Keiner braucht Raum, Ruhe oder möchte zeitweise auf dem Sofa schlafen.

Die Nachteile überwiegen für mich dennoch.

Die Nächte alleine im Bett, wenn ich verstohlen ins Leere greife. Die Geräusche sind nachts manchmal unerträglich gruselig.

Die Wohnung putzt sich nie von alleine und Sisyphos hätte seine Qual an ihr gefunden. Staub, Spielzeug und überall Krümel. Sich das zu teilen, wäre ein Fest.

Niemals zu hören wie jemand den Schlüssel im Schloss dreht und ruft „Ich bin zu Hause!“, abgesehen vom großen Kind natürlich.

Zu wissen, der andere geht zwar, kommt aber wieder. In seinen Hafen. In unsere Welt.

Es ist nicht schlimm abends alleine einzuschlafen und es ist auch kein Beinbruch die Einkäufe ohne Begleitung zu erledigen. Dennoch, solche Nichtigkeiten können einem viel bedeuten, wenn man sie vermisst.