SCHREIB DICH NICHT AB

Es gibt Plagiate nicht erst seit gestern. Menschen die das geistige Eigentum anderer Menschen nehmen, mit eigenen Gedankengängen zu einem Brei verwursten und versuchen es als selbstständiges Denken zu verkaufen.

Gerade online ist es heute ein Leichtes sich den Ideen anderer zu bemächtigen. Ob man dabei ein schönes Fotomotiv oder eine ganze Herangehensweise an Themen abkupfert. Der Datendieb macht sich keine Gedanken, ob er dem oder der anderen Schaden zufügt, sondern sieht sehr unverblümt einfach die eigenen Vorteile: wer Gutes klaut, kann sich mit fremden Federn schmücken. Solche und ähnliche Floskeln gibt es ja nicht umsonst zu Hauf.

Wenn jemand allerdings mit großer Reichweite im Prinzip zu keinen eigenen Gedanken in der Lage ist, aber durch die der anderen seine Reichweite noch ausbaut, wird es mitunter später ungemütlich. Viele Prominente erleben auch Jahre nach dem vermeintlichen Betrug, was es bedeuten kann ungefragt zuzugreifen.

Aber wie leicht ist es denn dieses Plagiat nachzuweisen?

Natürlich, ist ein Autor/eine Autorin zu bequem zitierte Texte kenntlich zu machen, vergisst aber die Möglichkeit online alles schnell nachprüfen zu lassen, gesellt sich diese zu einer Reihe erröteter PolitikerInnen unsere Landes.

Schwerer wird es, einfache und schlichte Handlungsweisen als Diebesgut anzuerkennen.

Gibt es zum Beispiel große Accounts die immer wieder gute Ideen anderer „mopsen“, kann das Zufall gewesen sein oder der Versuch die eigene Popularität auf Kosten des anderen zu steigern.

Aber wie kommt denn die Popularität erst zu Stande, mag man sich fragen?

Durch sehr viel Fleiß.

Wer sich erfolgreiche Menschen ansieht, wird feststellen, Glück macht nur einen Bruchteil ihres Erfolges aus. Wer wirklich groß werden möchte, muss dran bleiben. Trends erkennen, rechtzeitig durchsetzen und immer wieder Züge fahren lassen, statt nur aufzuspringen.

Dieses Gespür für Schnee oder sagen wir den Riecher zu haben in eine Gedankengoldgrube zu stechen, haben die meisten Größen. Dabei können sie weniger mit eigenem Wissen, Handeln oder besonderen Qualitäten herhalten, sondern mit einem wachen Geist und einer Extraportion Geltungssucht.

Schlau ist heutzutage außerdem, wer sich seine Gefolgschaft kauft. Für wenig Geld kann man auf Instagram Bots kaufen, die das Profil schärfen. Da wird jeder potentielle Werbepartner aufmerksam. Unaufmerksamkeit ist hingegen wichtigster Kunde des Diebes. Wenn niemand hinsieht woher über Nacht beispielsweise die tausend Extrafollows kamen, bleibt Spielraum für weitere Möglichkeiten.

Woher sollen die LeserInnen denn wissen, ob die Idee von woanders stammt? Wen interessiert, ob die geschriebenen Texte woanders viel schöner, lustiger oder treffender formuliert waren?

Peinlich wird es nur, wenn man sich nicht wirklich hinter das Geschriebene oder Getane stellen kann. Wenn der Zugang fehlt und die Idee mit allem vorigen nicht korreliert.

Da kann es sehr leicht zu Problemen führen. Wer kann schon immer die Gedanken des anderen erklären? Die Interpretationen sind weit. Die Empfindung des anderen muss nicht die eigene sein, so schön wie sich die Idee auch ins Portfolio einpflegen ließ.

Und daran scheitert mitunter der gesamte Auftritt. Wer nicht authentisch ist, wird enttarnt werden.

Wer keine Persönlichkeit hat, wird sie auch nicht von anderen erhalten.