UND MEIN HERZ MACHT BOOM

Manchmal gehe ich zur Arbeit und komme nach ein paar Stunden fassungslos zurück nach Hause. Ich treffe Menschen, die Entscheidungen für andere Menschen treffen. Ich treffe Menschen, deren Entscheidungen ich mindestens anzweifeln würde, wenn nicht sogar stark ablehne. Ich sitze dort und kann nichts tun, als verteilte Strafen in mildere Formen abzuwandeln und Kindern das Gefühl zu geben, sie hätten bei uns genauso viele Rechte, wie jeder Erwachsene auch.

Dem ist aber nicht so.

Um Kinder vor Gefahren zu schützen und Unfälle zu minimieren, haben wir für alles Verbote aufgestellt und arbeiten mit Regeln die sich je nach AnwenderIn dehnen und strecken, aber auch strikt durchziehen lassen.

Kinder dürfen manchmal mehr und manchmal gar nichts. Sie sind uns und unseren Launen, unserer Stärke oder insbesondere unserer Schwäche ausgeliefert und so manches Kind stellt die kluge Frage:“Warum?“ und erntet die dumme Antwort:“War schon immer so!“.

Ob wir über ihren Klogang entscheiden oder wann sie zu trinken haben, alles hängt von einem Erwachsenen ab. Sind wir offen für ihre Bedürfnisse, aber droht ein in der Hierarchie über uns stehender Mensch mit Konsequenzen, bleiben wir den Kindern sogar manchmal Zusagen schuldig. Kinder lernen schnell sehr flexibel auf uns Erwachsene zu reagieren. Zu erkennen wer es gut mit ihnen meint und wer ihnen etwa schaden könnte. Kinder sind Lautstärke nicht nur aus den eigenen Reihen gewöhnt, sondern insbesondere von ihren sogenannten Vorbildern.

Ob wir ihnen nur zwanzig Minuten Mittagspause einräumen, bei der sie auf der einen Seite lernen sollen angemessen zu speisen, aber gleichzeitig dazu getrieben werden alles herunterzuschlingen oder ob wir ihnen Ruhephasen in Abrede stellen, denn Schule bedeutet Leistung und wer nicht leistet, gehört nicht zum Teil der Gesellschaft. Während in der Kita noch die Mittagsruhe eingehalten werden darf, sind Schüler und Schülerinnen verpflichtet, sich bei der Stange zu halten. Noch eine Runde im Hamsterrad. Das ist hart zu beobachten und noch härter einzufordern.

Während also einige meiner Mitmenschen unter dem Druck von außen Fehlentscheidungen treffen, gibt es Menschen die bewusst Fehlentscheidungen fällen. Ihre Macht ausnutzen, weil es kein schöneres Gefühl gibt als widerstandslos seinen Schuh durchzusetzen.

Eines Tages wird es vielleicht möglich sein, Kinder wie Menschen zu behandeln. Ihnen nicht jedes Bedürfnis abzusprechen. Ihnen nicht ständig vorzugeben wer sie zu sein haben oder ihnen ihre Persönlichkeitsrechte zu entziehen.

Es ist schwer sich als Erwachsener nicht überlegen zu fühlen. Noch schwerer ist es anzuerkennen, dass Kinder uns überlegen sind, weil sie freier agieren und klarer positioniert sind als wir. Die ewig Abhängigen sind nämlich tatsächlich wir.

DIE FÜNF-JAHRES GARANTIE

Gestern habe ich in der taz gelesen, nach fünf Jahren würden BerufseinsteigerInnen in pädagogischen Berufen (ErzieherIn) den Job wieder hinschmeißen. Sie sind schlicht ausgebrannt und hatten sich ihre Arbeit sicher anders vorgestellt.

Wunsch und Wirklichkeit liegen in kaum einem Berufsbild so weit auseinander wie in diesem.

Fast dreißig Kinder zu betreuen, zu bilden und zu begleiten, zu fördern und zu unterstützen, ist anstrengend. Eine Altersspanne von 0-27 abdecken zu können, ist Pflicht. Sich mit Eltern über Bildung und Erziehung zu einigen, ein Muss. Mit älteren Kollegen und Kolleginnen in Streit geraten, eine Häufigkeit.

Leistung ist immernoch bemessbar, am zukünftigen Erfolg des Sprösslings. Also wird bereits in der Kita das Alphabet gelernt und in der Grundschule dann aus dem kleinen Freigeist ein Uniformierter geformt. Die Kinder sollen Disziplin aufweisen und gleichzeitig Kinder bleiben dürfen. Eltern sind auf der einen Seite geschockt wie wenig ihr Kind individuellen Bedürfnissen nachgehen kann, bei gleichzeitigem Wunsch es mit der grauen Masse schwimmen zu lassen. „Wieso kann mein Kind das noch nicht?“,fragen sich da viele. Aber was ist „das“?

Schnürsenkel zu binden, ist prinzipiell schnell gelernt. Für ein Kind aber höchst anstrengend und in der Regel erst mit sieben richtig drin. Eltern die ihren Kindern aber bereits mit fünf Lesen beibrachten, verlieren schnell die Nerven, wenn der Drittklässler plötzlich in seinen ersten Burnout steuert.

Pädagogen sind dem Kind und Jugendlichen verpflichtet. Sie sind Dienstleister am Kind und doch so viel mehr. Neben Schutz und Pflege, gilt es seit Jahren besonders um Bildung und Beobachtung. Menschen zu sehen und zu deuten, fast wie ein Therapeut es tut. Dabei wird vergessen, dass drei Jahre Ausbildung niemals abdecken, was im Anschluss verlangt wird. Die Verantwortung wird aber nicht kleiner. Man steht mit einem Bein im Knast, heißt es so schön. Dabei geht es vor allem darum, nicht anerkannt und geschützt zu werden.

Pädagogen sind noch immer Basteltanten und Gefängnisaufseherinnen für einige Eltern und Lehrerinnen. Daher verdienen sie auch entsprechend weniger. Das sie mitunter im Unterricht helfen, die Hausaufgaben betreuen und kreative und fördernde Angebote schaffen, wird übersehen.

Nicht selten sind Lehrer überfordert und wünschen sich drei Pädagogen im Klassenzimmer. Nicht selten sind diese den ganzen Tag im Haus, für deutlich weniger Lohn. Sie dürfen sich die Probleme der Kinder auch nachmittags anhören und müssen erfahren, wie hart der Übergang vom geschätzten Lehrer zur spaßigen Erzieherin ist. Während Eltern sich Lehrerinnen gegenüber noch mit einem Mindestmaß Respekt und Anerkennung nähern, erfahren alle anderen schon was es bedeutet ihr Kind zu kritisieren. Förderung und Unterstützung des Kindes wird im Grunde nicht gewollt, es sei denn aus Defiziten wird eine Hochbegabung geschustert.

Mit all diesen Druck zur Arbeit gehen zu müssen, ja müssen, erfordert ein dickes Fell und einen besonderen Anreiz. Die Arbeit und Liebe zum Menschen reichen da schon lange nicht mehr. Es herrscht ein Mangel, weil die Leute sich nach Jahren wieder entscheiden zu gehen und nicht, weil sie nicht gerne in den Beruf gehen wollten.

Liebe Politik, liebe Eltern, wie hart ist diese Wahrheit?

ZWISCHEN WELTEN

Ein junges Mädchen, noch nicht ganz Frau, aber besonders noch nicht ganz Erwachsen, setzt sich auf die Straße mit einem Schild und streikt für ganze Generationen, gegen Klimawandel und Umweltkatastrophe.

Als der Mensch der ich bin, finde ich das groß. Ich empfinde Stolz und heimlich auch ein bisschen Schadenfreude. Sie macht das gut, authentisch und hartnäckig. Sie hat eine ganz neue Form der Streikkultur geschaffen, denn nun gehen nicht mehr nur Erwachsene auf die Straße für ihre Rechte, sondern fast doppelt so viele Kinder und Jugendliche.

Sie hat Menschen motiviert wieder über den Tellerrand zu sehen und sich mit ihrer Umwelt auseinander zu setzen. Sie muss weder Antworten liefern, noch Brücken bauen. Sie ist in der Lage Menschen den Spiegel vorzuhalten und Vorbilder zu hinterfragen. Dass denen diese Botschaften missfallen, ist nicht verwunderlich. Plötzlich ist ein Kind in der Lage sich lautstark Gehör zu verschaffen, jenseits der Quengelzone oder des Spielplatzes.

Als Pädagogin bin ich unsicher.

Ich sehe eine Jugendliche mit Ambitionen und messerscharfem Verstand. Ich sehe, dass sie ihre Eltern sicher nicht lange überzeugen musste und ihr eine Menge Freiraum bei der Durchführung ihrer riesigen Aufgabe gelassen wird. Ich sehe, dass sie nicht nach ihre Lebensjahren oder ihrer Schulbildung beurteilt wird, sondern ihren Taten und ihrer Überzeugung.

Ich sehe aber auch ein Kind. Einen Menschen der von Präsidenten öffentlich denunziert wird. Jemand der mehr Feinde als Freunde unter den Erwachsenen auf den Bühnen dieser Welt findet und jemand, der sich im Internet und vermutlich auch auf der Straße die schlimmsten Dinge anhören muss. Eine große Last. Eine eventuell niemals absehbare, traumatische Erfahrung. Eine Verselbstständigung, die ihre Eltern vermutlich so nicht kommen sahen.

Kinder und ihre Eltern treten in eine Art Machtkampf, wenn die Ansichten und Werte zu unterschiedlich sind. Es beginnt harmlos am Frühstückstisch und endet nervenaufreibend online. Wenn groteske Rundmails auf Facebook und Twitter verschickt werden, in denen Väter ihre Überlegenheit demonstrieren, weil sie ihr Kind so richtig vorführen konnten.

Greta konnte um all das nichts wissen. Selbst wenn, sie trägt keine Schuld. Es sind die Erwachsenen, die sich wie Idioten benehmen. Schlimmer noch, wie Unmenschen. Sie haben ihre Ideale vergessen und verleumden ihre Kindheit. Alles was übrig blieb, aus einer längst verdrängten Zeit, ist die Hörigkeit zum Elternhaus und der Gehorsam gegenüber den Großen.

Als Pädagogin wünschte ich, sie dürfte noch ein paar Jahre Kind sein. Ihre Eltern sollten an ihrer Stelle sitzen. All die Eltern da draußen, sollten ihre Arbeit niederlegen, für einen Streik auf die Straße gehen und protestieren. Eltern können sich verantwortlich zeigen und müssten ihren Kindern nicht mehr diesen Druck aufbürden die Welt zu retten, geschweige Feindbild für Konzerne und Präsidenten zu sein.

Eltern, legt doch jeden Freitag die Arbeit nieder. Drei Stunden auf die Straße und den Verkehr lahm legen, die Supermärkte schließen und die Computer runterfahren. Eure Kinder wären in vielfacher Hinsicht dankbar. Bisher sind sie unser Schild, Blitzableiter und unsere geheime Waffe.

Als Mutter und Pädagogin, beginne ich mich zu schämen. Für mich. Meine Generation. Uns Eltern. Wir sind auch die Zukunft. Teilen wir die Last und bündeln wir die Kräfte!

PÄDAGOGIN MIT AUFTRAG

Ich lese gerade einen vierseitigen Artikel von W. Warnecke über Inklusion und Chancengleichheit. Eine Hausaufgabe, der ich mich gerne annehme und die ich am liebsten kopieren und von den Dächern dieses Landes werfen würde. Hinein ins Bewusstsein aller. Insbesondere sollten wir Pädagogen jedoch ernsthaft damit beginnen, den Grundstein zu legen.

Verschiedenheit und Vielfalt beginnt mit der Existenz. Geboren, so individuell und unterschiedlich wie es eben von Mensch zu Mensch möglich ist. Bereits vor der Geburt reduziert auf Herkunft, Aussehen, Geschlecht, Religion usw.

Es ist nicht neu, dass Kinder als unwahrscheinlich neugierige und offene Wesen zur Welt kommen. Sie zeigen kein Interesse an Zuschreibungen und werten ihre Mitmenschen anfangs weder auf noch ab, aufgrund Stereotypen oder optischer Merkmale. Ihnen ist nicht bewusst, dass ihr Gegenüber sich vielleicht durch oberflächliche Merkmale bereits von ihnen in Kategorien einteilen lässt. Sie beginnen zunächst miteinander zu agieren, bis irgendjemand von außen ihnen mitteilen wird „Mit DEM wird nicht gespielt!“.

Ein respektvoller Umgang beginnt mit der Wahrnehmung und Beobachtung dieser angeborenen Neugier. Niemand kommt intolerant zur Welt. Wir werden erst so gemacht.

Nach und nach ist es uns Menschen wichtig, uns zuordnen zu lassen. Es dient der Orientierung, in einer komplexen und großen Welt. Wir gleichen uns wie selbstverständlich zunächst unserem engsten und vertrautesten Kreis, der Familie an. Sie ist auch das Kernstück der Sozialisierung. Hier beginnt, was nach und nach gefestigt wird. Die Identität.

Wer sich von der Masse abzuheben glaubt, in einer Familie groß wird, die dies nicht als wunderbar und normal anerkennen kann, wird sich später auch immer von anderen gestört fühlen, die der auferlegten Norm abweichen. Wir Menschen sind Herdentiere. Wir suchen unsere Sicherheit und Geborgenheit dort, wo wir sie billig finden werden.

Was kann ich als Pädagogin aber tun, um den Eltern und Kindern kommender Generationen diese Ängste vor Heterogenität zu nehmen?

Zunächst einmal durch die mir verliehene Vorbildfunktion.

Ich sitze fest im Sattel und lasse mir niemals von Außen einreden, dass Andersartigkeit ein Stigma sei. Es gibt kein anders. Anders bedeutet, es müsste irgendwo ein gleich geben. Schauen wir uns um, stellen wir aber fest, selbst Geschwister (auch Zwillinge) unterscheiden sich von Grund auf in ihren Eigenschaften, ihrer Optik, ihrem Sein. Minimale Gemeinsamkeiten werden als Richtschnur begriffen, um Menschen zu kategorisieren.

Wenn ich als Pädagogin erkenne, dass jeder Mensch das Recht hat sich frei, offen und geschützt zu dem Erwachsenen entwickeln, wirke ich damit positiv auf das Kind ein. Natürlich wird spätestens in der Schulzeit die elementare Erziehung über den Haufen geworfen, wenn wir unsere Kinder wieder zu Disziplin und gleichen moralischen Deutungen ermahnen. Dennoch, die Basis ist gelegt.

Jede Generation die ihre Kinder weg von Defiziten und hin zu Stärken, Chancen und Kompetenzen bewegt, schickt mündige und sichere Menschen in ihre Zukunft. Angst kann nicht entstehen, wenn vorher immer wieder Vertrauen geschenkt und selbstständiges Denken gefördert wurde. Wer keine Angst spürt, keinen Verlust und keine Schwäche, lebt frei von Wut, Abhängigkeit und Hass. Drei Pfeiler, die der Nährboden von Gewalt, Arbeitslosigkeit, Alkoholismus usw. werden können. Diese Generation gibt diese Erfahrungen dann an die nächste weiter.

Pädagogen sind in der Pflicht sich selbst und dieses Wissen darum in ihren Handlungen widerspiegeln zu lassen. Sie reflektieren sich und ihr Verhalten und haben die Chance Werte zu vermitteln, ohne dem Druck durch Leistungen oder Erwartungen nachzugeben.

Ich muss wissen, ob ich dieser Berufung gerecht werden kann. Nur wer sich bewusst immer und immer wieder hinterfragt, ob er heute schon etwas für die Zukunft des Schützlings getan hat, kann Wunsch zu Wirklichkeit werden lassen.

Ja, es ist viel Verantwortung und eine Macht, die viele an Grenzen treibt. Es ist aber auch eine Chance, eine Mission und ein Geschenk an eine Menschheit, eine Zukunft für ein Miteinander, die keine andere Berufsgruppe so ergreifen kann.

Nutzen wir diese Chance! Erkennen wir das Potential unseres Wirkens! Erkennt eure Kinder und euch selbst in dieser Welt und begreift, wir sind alle anders. Wir sind alle so normal wie wir unnormal sind!

CHARAKTERSTÄRKE

Was wir Pädagogen längst wissen und an unseren Schützlingen immer und wieder erproben müssen, ist der Umgang mit ihnen, ihren Stärken und Kompetenzen und die Vernachlässigung ständiger Defizitorientierung.

Sobald Kinder in einer sozialen Einrichtung unterkommen, Kita oder Schule, wird ihnen und ihren Eltern eine Menge abverlangt. Pädagogen, insbesondere die jüngere Generation, aber auch die gut informierten und stets engagierten, greifen in Elterngesprächen auf dieses Wissen zurück. Dabei wird den Eltern gezeigt was das Kind bereits mitbringt an Ressourcen, Fähigkeiten und großartigen Eigenschaften. Hin und wieder wendet man sich auch auf sensible Weise dem zu, was liebevoll unter Förderungsbedarf verstanden wird. Dennoch, Schwächen niemals vor Stärken und Stärken immer höher bewerten.

Angenommen diese tolle Formel würde nun nicht nur von Pädagogen zu Eltern und Kindern angewandt werden, sondern Lebensformel werden. Wir würden vermutlich alle viel zufriedener durch die Straßen gehen. Akzeptiert für das was und wer wir sind. Fehlt uns etwas oder können wir eine bestimmte Sache nicht? Egal! Kann’s halt jemand anders besser als wir, was soll’s?

Wir würden uns nicht immer vergleichen oder ungefragt gesagt bekommen, dass wir falsch seien oder verkehrt denken. Jemand würde uns sagen, es gäbe Luft nach oben in einer Disziplin, aber wir seien ungeschlagen in einer anderen.

Wir könnten aufhören immer an mehr als hundert Prozent zu glauben. Hundert Prozent ist das maximale Maß aller Dinge. Wer will schon immer und überall auf volle Leistung laufen? Da wäre der Verschleiß schnell erreicht.

Wir könnten unser Potential endlich selbstbestimmt ausschöpfen, weil jemand an uns geglaubt hat, ohne zu drängen oder zu verzweifeln, wenn etwas schief ging.

Wir hätten die Chance auf Selbstbesinnung. Wir hätten das Recht auf Unfähigkeit und Unwissenheit, weil niemand den Maßstab kennt.

Jemand könnte nun argumentieren, wenn wir alle immer nur machen und leben dürften wie wir wollten, frei von Kritik und Druck, wären sicher keine Astronauten zum Mond geflogen oder KünstlerInnen so gros geworden. Unser Antrieb ist oftmals aus Konkurrenz geboren. Unser Hass, die Wut und die Zweifel jedoch auch.

Diese entstehen, wenn uns das Urvertrauen fehlt. Wenn Erwachsene uns immer wieder das Gefühl haben, wir hätten lediglich einen Wert, wenn wir etwas leisten.

Dieser Kummer in uns, weil wir nicht in allen Lebenslagen souverän sind und das Schicksal manchmal Streiche spielt, wächst ebenfalls aus einer falschen Vorstellung. Der Vorstellung wir müssten irgendwem da draußen etwas beweisen. Etwas sein. Mehr als wir schon sind.

Niemand hat sich ausgesucht geboren zu werden. Niemand wurde geboren in die Lebensumstände seiner/ihrer Wahl. Wir beginnen erst sehr spät selbstständig zu entscheiden und nehmen das Erbe unserer Kindheit meist bis ins hohe Alter mit.

Würden wir alle leben, als sei es uns wichtiger die positiven Dinge im Leben zu betrachten, gäbe es ausnahmslos fröhliche Gesichter. Da es dafür zu spät ist, kann man nur Schadensbegrenzung betreiben und hoffen die kommenden Generationen stoßen auf blickige Eltern, Pädagogen und einflussnehmende Erwachsene.

Nieder den Defiziten!