DER SCHMERZ ERWACHSEN ZU WERDEN

Als wir Kinder waren, konnten wir es kaum erwarten erwachsen zu sein. Eigene Entscheidungen zu treffen und diese durchzusetzen.

Wir ahnten nicht, dass all der Zauber unserer Kindheit und Jugend nicht nur verblassen, sondern unter einer tonnenschweren Last an Verantwortung und Enttäuschungen begraben würde.

Wir dachten, unsere Kindheit sei der Beginn, aber nicht bloßer Zeitabschnitt und unwiederbringlich. Nur eben so etwas wie ein Leben mit noch zu kurzen Gliedern und einer Stimme die ungehört blieb.

Wir wollten genau das was wir bereits hatten, verpackt in einem anderen Gewand.

Selbstbestimmt, laut, mächtig.

Erwachsen zu werden, tat alsbald weh.

Es war uns nicht möglich die Kinderschuhe mit in die Realität zu tragen. Unsere Träume Wirklichkeit werden zu lassen und all diese Phantasien von einem Leben in Saus und Braus.

Wir lernten Rechnungen zu zahlen, arbeiten zu gehen, wohlmöglich in Jobs die wir hassen.

Wir fanden uns oft genug mit dem bitteren Geschmack der Enttäuschung ab, die einst unser Lebensentwurf war.

Menschen die uns so vertraut waren, wurden zu Schatten und nach und nach begriffen wir die Endlichkeit des Lebens. Die Falten um die Augen waren der Anfang und die Beerdigungen unserer Verwandten und Freunde blieben erhalten bis zum Schluss.

Es ist mühsam sich das Leben in all seiner Komplexität schwer zu reden. Wir genießen, so es uns möglich ist, jeden Moment. Wir schaffen uns neue Werte und besinnen uns auf die alten unserer Kindheit.

Ab und an treffen wir jemanden, der es uns erlaubt Kind zu sein. Sich zu prügeln, zu toben, zu raufen und Süßigkeiten zu essen bis wir darin ersaufen. Über Wunder zu staunen und Nichtigkeiten explodieren zu sehen.

Ab und an begegnen wir jemandem, mit dem das erwachsen werden nicht mehr weh tut.