BROTHER FROM ANOTHER MOTHER-

Sister from another mister?

Warum haben wir Freunde und Freundinnen, mit denen wir über die gleichen Witze lachen können, deren Denkansätze wir teilen können und die uns nie langweilig werden, auch nach Jahren inniger Freundschaft?

Warum finden wir in unseren Freundschaften oft das, was in der Partnerschaft manchmal auf der Strecke bleibt?

Jemand mit dem wir Emotionen teilen, die gleichen Bedürfnisse und uns am Ende des Tages auseinander gehen, ohne den Drang zu verspüren sexuell zu verschmelzen.

Manche Menschen scheinen uns so nahe, sodass sich zwangsläufig die Frage stellt: wo bleibt der Partner, der mir so viel gibt wie meine besten Freunde?

Wie oft saß ich neben Menschen, die weder über meine Witze lachten, noch meine Gedankengänge nachvollziehen konnten. Dennoch hielten wir Händchen, saßen beisammen als seien wir gegen jeden Sturm erhaben.

Waren die Beziehungen echt? So real wie unsere Freundschaften?

Gab es niemanden der uns ähnlich ist auf dem Markt der Eitelkeiten? Irgendwo da draußen sollte doch jemand sein, der uns nahe kommen kann, auf so vielen Ebenen.

Manchmal treffe ich auf Paare die diesen Spagat spielend schaffen. Sie sind Freunde und Paar. Nicht selten begegnen mir Menschen, die sich im Kompromisse schließen fit halten. Gemeinsamkeiten haben Seltenheitswert.

Einer sagte erst kürzlich zu mir, dein Seelenverwandter ist nicht zwangsläufig dein bevorzugter Partner. Richtig.

Aber einer der mich einmal so zum lachen bringt wie meine besten Freundschaften es können, ist mit Sicherheit der heilige Gral. So lange genießen wir was wir haben und sehnen uns nach dem was noch fehlt.

ES IST WIEDER FREUNDINNENSOMMER

Juhu, yippie und yeah! Die ersten Sonnenstrahlen verwandeln die Großstadt in eine warme, stickige Brühe und meine Lust sich in Sommerkleider zu hüllen, hält sich in Grenzen.

Meine Lust mit Freundinnen im Hof oder am See zu sitzen und uns literweise Wein hinter die Binde zu kippen, steigt mit den Temperaturen erheblich.

Tratschen über alte Lieben, die Arbeit, ein bisschen die Kinder und natürlich unsere Vergangenheit. Man waren wir doof, faul, launisch, kindisch oder unfähig. Nach drei Litern Wein ist jeder von uns Expertin seines eigenen Lebens. Alles so klar wie der Grund unseres Glases.

Wir fragen uns manchmal schon, ob wir etwas oder jemanden bereuen, aber die Antwort lautet eigentlich stets „Nö“. War halt so. Prägte uns. Hat uns tolle Kinder geschenkt. Alles in allem ganz gut und glimpflich gelaufen. Abstriche gibt es ja immer.

Stimmt das denn auch? Sind wir glücklicher? Definitiv! Es hat ewig gedauert, aber da wo wir heute stehen, wollten wir lange hin. Wir waren so unsicher und manchmal naiv.

Wenn wir heute einen Raum betreten, verstecken wir uns nicht mehr hinter Tonnen Makeup oder blöden Sprüchen. Manchmal zelebriert man beides noch, aber unser Panzer ist weg. Wir sind angekommen.

Und während wir mit Anfang dreißig wissen wo lang es geht, sitzen wir unter der Sonne Berlins, trinken noch einen Schluck und hoffen auf die kommenden zehn Jahre Freundschaft, die uns überhaupt hat all das überstehen lassen. Prost!

FREUNDINNEN

Meine beste Freundin lernte ich vor etwa zehn Jahren kennen. Sie sprach mich in der Kita unserer Söhne an und wich seither nicht mehr von meiner Seite. Wir begleiteten uns durch die Elternzeit, die Trennung der Kindsväter, Arbeitslosigkeit und Studium, diverse Jobs und Affären und waren Partnerinnen in Crime wo es eben ging. Streit gab es so gut wie keinen und unsere größte Krise überlebten wir, weil wir ohnehin eher in Harmonie als in Konkurrenz zueinander standen.

Meine andere engste Freundin, war lange Zeit meine Nachbarin. Sie lockte mich mit einem Stück Kuchen zu sich und ich blieb Jahre lang auf Sekt oder Tee bei ihr. Jeden Donnerstag sahen wir GNTM oder irgendeine andere Show und lästerten über Männer, Kinder und das Leben. Sie färbte mir die Haare orange und ich nickte ihren jetzigen Freund und damit verbundenen Start in ihr neues Leben ab.

Ob auf Arbeit oder im Studium, meist sprechen mich Menschen an. Ich bin eher schüchtern, wenn es darum geht Freundinnen zu finden. Sie fliegen mir quasi zu. Bei Männern ist das anders. Ich habe eine ganze Schublade voller Kumpels oder Ehemaliger die zu Freunden wurden.

Männer sind in meinen Augen unkomplizierter und leichter zu manipulieren. Sie mögen dich, wenn du über ihre Witze lachst oder mit ihnen flirtest. Es klingt grausam, aber das Spiel um einen Platz in ihrem Herzen, folgt in hohem Maße über ihr Ego, vielleicht noch über ihren Unterleib. Frauen sind da etwas anders. Möchtest du eine Freundin finden, muss es funken.

Nicht dieses verliebte Getue, in den Haaren spielen und keck lachen. Richtige Funken müssen sprühen. Freundinnen finden sich, weil sie tatsächlich etwas gemeinsam haben. Sie nähern sich einander an, auf einer ganz anderen Ebene als Männer und Frauen es tun. Und dann…ja meist bleiben sie auch. Loyalität ist in einer Freundschaft zwischen Frauen ebenso wichtig, wie Kontakt zu halten. Immer mal wieder Interesse zu signalisieren und zu zeigen „komme wer oder was da wolle, ich habe dich nicht vergessen“.

Ich bin froh Freundinnen zu haben uns nicht nur männliche Kumpels. Kumpels sind das Salz in der Suppe und ein Garant für wunderbare Momente.

Freundinnen bleiben. Sie teilen. Sie verstehen. Sie sind da.