BRITZELGUTELAUNE

Heute war so ein Tag, an dem die Laune schon nach dem Aufstehen merklich besser wurde, als der Kaffeegeruch mir in die Nase stieg.

Gut gelaunt ging es weiter, als ich in meinem Gesundheitskurs neben den tollsten Kommilitonen der Welt saß und wir gemeinsam drei Blöcke wegblödelten. Manchmal muss es einfach und schlicht sein.

Am Nachmittag, aus dem Haus gehend, nichts ahnend: „Hey,du siehst aber süß aus.“,rief der Postbote mir zu. Und als ich von der Bäckerin freundlich strahlend für meinen Kuchengeschmack gelobt wurde, schwante es mir: heute ist einer dieser luftig-leichten Britzeltage. Davon gibt es nur ein paar im Jahr.

Meist zunächst im Frühjahr, wenn die Sonne endlich wieder die Gemüter erwärmt. Wenn die ersten Hüllen fallen und man nachmittags im Park Vögel zwitschern hört.

Im Sommer ist es abends zu beobachten. Sobald die Tage länger sind und wir uns gegenseitig zeigen wie Lebenslust aussehen kann.

Und dann gibt es diese kleinen Momente des Glücks, wenn man gute Laune hat und die Mundwinkel beinahe ohne Grund Richtung Ohren zeigen. Sobald man das Haus verlässt, umgeben von keinen besonderen Gedanken, scheinbar eine Aura der Offenheit umgebend. Sowas kann unter Verliebtheit passieren oder wenn man eine Trennung überwunden hat. Man beginnt wieder zu lächeln. Anderen offen in die Augen zu sehen. Hier und da ein freundliches Wort an die Kassiererin oder ein Flirt im Bus, mit einem älteren Herren. Alles ist möglich. Nichts wird erwartet.

In solchen Momenten schickt einem das Universum etwas zurück. Ein Lachen, ein Kompliment, eine Aufmerksamkeit oder Dankbarkeit. Die Welt ist bunt.

OH DU MEIN LIEBSTES: ESSEN!

Während ich mich gerade über meinen Salat hermache: Salatblätter, Couscous, Rote Beete, Nüsse, Peperoni mit Frischkäse und einem Zitronenöl, schaue ich wieder verzückt und verliebt, wie allerhöchstens manchmal auf meine Kinder oder den Mann, wenn er sich echt bemüht.

Nichts lässt meine Augen so strahlen wie Essen. Dabei muss es weder sonderlich gut, noch selbstgemacht sein.

Hauptsache essbar und ein wenig verspielt.

Kuchen ist mein Lieblingsnahrungsmittel. Wenn Kuchen nicht vorhanden ist oder ich ihn mir verbiete (der Sommer kommt jedes Jahr viel zu überraschend), probiere ich mich gerne durch meine Stadt. Da gibt es großartige vegane asiatische Küche in Prenzlauer Berg und eine Vielzahl Afrikaner von Neukölln bis Friedrichshain. Selbst Pankow und Charlottenburg verköstigen ihre BesucherInnen mit allem was urban, chique und neu scheint.

Will ich mal wieder richtig wie bei Muddern essen, gehe ich zu Oma oder in eine typische Altberliner Gaststätte. Um Weihnachten ist es Tradition sich mit der Familie väterlicherseits einfach im Restaurant zu treffen, weil da keiner kochen kann, während mütterlicherseits getafelt wird was der Kühlschrank lagern konnte.

Ich selbst koche leider eher nach dem Zufallsprinzip gut. Mal gelingt es wunderbar und mal ist die Konsistenz eher sonderbar. Meine Kinder essen was auf den Tisch kommt und lassen gerne mal unter den Tisch fallen, wenn’s richtig grauselig schmeckt.

Bunte Verpackungen haben mich übrigens schon immer gekriegt. Sei es eine neue Süßigkeit oder eine haptisch neue Erfahrung. Ich möchte es haben!

Erst kürzlich kaufte ich zwei sündhaft teuren (2 Euro nochwas) Schokoriegel im Biomarkt, weil sie Heuschrecken enthielten. Zu meiner Überraschung aßen die Kinder mir fast alles weg, während ich daran nichts finden konnte.

Meine Lieblingssexvorstellung, findet in einem Hotel statt. Mein Lover und ich, ein Bett voller Essen und ein Film oder eine Serie mit leicht verdaulichem Inhalt. Mir ist leider klar, dass der Sex vor dem Essen stattfinden sollte, weil alles danach Ausweglosigkeit verspricht.

Dennoch…Essen ist großartig. Petersilie und schwarze Oliven schmecken wie Zungenküsse und Haloumi macht sie schönsten Quietschgeräusche im Mund.

Sollte ich jemals Nein zu einem Stück Ziegenkäse oder Pancakes mit Apfelstücken sagen, bin ich sicher krank oder schlafe.

Liebstes auf der Welt, ist Essen. Essen macht Freude. Bewusstest Essen, ist das schönste was es gibt. Besser als Sex oder Urlaub am Strand. Stimmt das Essen und gibt es eine zweite Portion, würde ich auch Urlaub auf Balkonien machen und mich lachend in die Fettleibigkeit begeben.

Essen ist Liebe und Liebe schmeckt besser zu einem Glas Wein und einem Teller Fisch-Käse-Kuchen-Schoko-Salat. Hach!

WAS BRINGT DICH ZUM LACHEN?

Lachen heilt ja bekanntlich kleine Wunden und pflegt manchmal geschundene Seelen, über Momente bis hin zur vollkommenen Genesung.

Aber was bringt Menschen zum lachen?

Ich lache zugegebenermaßen über alles und nichts. Da bin ich das sogenannte dankbare Publikum. Meine Lachfalten sind dementsprechend um die Augen gewachsen und lenken von den Sorgenfalten ab.

Heute habe ich schon über ein Video im Netz gelacht und mit meinem Kind beim Spielen.

Ich lache über Situationskomik genauso laut in der Straßenbahn, wie über alberne Kinofilme, wenn es ganz still ist.

Eine meiner Lieblingsszenen aus einem Helge Schneider Film, brachte mich im Kino mal so zum lachen, dass sich die anderen Kinogäste verschämt nach mir umdrehten. Auch hier muss ich gestehen, der Witz war kein Brüller.

Ich lache auch gerne über feine Ironie und bissige Kommentare, wenn niemand dabei ist, dem es schadet. Manchmal schäme ich mich für meinen flachen Humor und manchmal nicht.

Es gibt wenig, was auf dieser Welt nicht zum heulen ist. Kriege, Nöte, Hunger, Angst, Diskriminierung wo man hinsieht.

Etwas über das ich lachen kann (nicht auslachen!), macht für den Moment so glücklich und frei. Hysterisch zu lachen, sich danach schlapp zu fühlen und das mit jemandem gemeinsam, ist mein Traum einer schönen Zeit zu zweit.

Freunde mit denen ich lachen kann, sind mir die liebsten, denn sich auskotzen und grummeln, kann man ja immer. Lachen verbindet anders.

Mit meinen Kindern zu lachen, richtig zu lachen, wird gerade wieder Thema. Wir waren damit im Winter sehr sparsam. Jetzt geht es wieder fröhlicher zu bei uns zu Hause.

Mit dem Partner zu lachen, kann manchmal absurd enden, weil wir uns so auch mal den Sex verlachen.

Lachen, wenn man weinen möchte, ist nicht so hilfreich, mag man denken. Aber wenn ich gerade lache, weil weinen und nörgeln und bocken sowieso nirgends hingeführt hat, dann nehme ich das an.

Ein Lachseminar auf Kur hat mir mal gezeigt wie verbindend es ist gemeinsam zu lachen, ganz ohne Grund. Es war befreiend und aufmunternd.

Heute habe ich über meine Unfähigkeit gelacht, einen vollständigen Text zu speichern. Ich hoffe meine Mitmenschen verzeihen es mir und lachen einfach mit. Mitlacher.

Lachen wir.