EIN KIND VERLIEREN

Vorweg, es geht hier nicht um den schmerzhaften Verlust eines Kindes durch Fehlgeburt oder Tod. Dies ist ein Beitrag an alle Eltern die ihre Kinder emotional verloren haben. Ein Tabuthema. Ein Trauma.

Ich liebe es Mutter zu sein. Und auch wenn es wie eine Rechtfertigung klingen mag, die das Selbstverständliche benennt, so möchte ich es einfach loswerden.

Ich liebe meine Kinder. In ihrer einzigartigen Art, ihren Stärken und Schwächen, ihren Ansichten und Lebensweisen. Niemand könnte mir meine Kinder jemals schlecht reden.

Und doch lasse ich gerade auf schmerzhafte Weise los. Verliere ein Stück weit die Kontrolle, fühle mich schwach und bin in ängstlicher Besorgnis dabei zu begreifen was hier passiert ist.

Über Jahre wollte ich eine gute Mutter sein. Besser als meine. Besser als ihre.

Ich wollte meine Kinder niemals alleine stehen lassen, vor Krisen die es zu bewältigen gilt, vor Katastrophen, die sie nicht verschuldet hatten. Dabei gab ich vor stark zu sein, von Grund auf gefestigt und als Konstante ihres Lebens den Überblick zu bewahren. Ich wollte als junge alleinerziehende Mutter Werte jenseits der Freundschaft und Coolness vermitteln. Sie sollten in mir eine Vertraute haben, aber auch begreifen, dass ich ernstzunehmend an ihrer Bildung, ihrem Wachstum und ihrer Erziehung interessiert bin.

Ich fühlte mich dabei immer von einem dubiosen Außen betrachtet und unter Druck gesetzt. Jemand der mir sagt was ich besser machen müsse, jemand der mir mein Selbstvertrauen abspricht, indem er mich für schwach hält. Manchmal waren das meine eigenen Eltern, manchmal waren es Pädagogen und Erzieherinnen. Ich stand fest. Blieb es. Bis unsere Tür ins Schloss fiel. Selbst als die Kinder am Tisch saßen und auch wenn der Kloß im Hals größer wurde. Also weinte ich nur selten und das oft heimlich. Ich schluckte herunter, wenn die Väter gegen mich arbeiteten. Bezahlte stolz alle Rechnungen alleine, gab den Kindern Halt und erfüllte ihre Wünsche so es ging. Vereine, Kurse, Wochenenden im Urlaub oder auf dem Indoor-Spielplatz. Ich bezahlte Nachhilfekurse und kaufte neue Kleidung. Ich ließ sie abends einen Nachtisch essen, aber blieb selbst beim Salat. All meine Liebe sollte spürbar ausgedrückt werden, indem ich all ihre Bedürfnisse versuchte wahrzunehmen. Meine eigenen blieben nicht selten auf der Strecke. Aber warum?

Weil mein schlechtes Gewissen nagte. Zwei Kinder. Zwei Väter. Zweimal studiert. Dreimal den Job gewechselt. Ich war so rastlos. Nur sie waren geblieben und alles was ich damit anfangen konnte, war der Versuch hier die beste Mutter der Welt zu sein.

Aber das gelang nicht. Es war zu viel.

Meine Erwartungen wurden nicht belohnt. Denn es sind keine Zirkuspferde, die durch Training und Zuckerstückchen zu echten Attraktionen werden. Sie sind menschlich so wie ich.

Und so musste ich mich davon lösen ihnen alles abzunehmen. Auch meine Gefühle zu unterdrücken. Die Wut auf ihre Väter, wenn sie nicht zahlten, sich nicht an Verabredungen hielten, sie mich schlecht machten und ich alles alleine lösen musste. Die Angst am Monatsende nicht genug Geld zu haben und auch einmal Nein aussprechen zu müssen, zu ihren Ideen, Vorschlägen und Wünschen. Zu weinen, wenn es etwas zu beweinen gab. Müde zu sein, wütend, gestresst.

Ich hatte mich mit ihnen verbünden wollen und sie nicht gefragt, wie es sich anfühlt mit einer Mutter, die hart versucht und darüber hart wurde.

Ich hatte vergessen, dass Kinder ein Gespür für all die verdeckten Gefühle ihrer Eltern bekommen und mein Lächeln ihnen wie die groteske Bemalung eines Clowns vorkommen musste.

Als mein großes Kind begann nur noch Mist zu bauen, setzte ich auf Therapie. Setzte auf Förderung. Setzte auf Belohnung und Bestrafung. Setzte auf das falsche Pferd. Mein Kind hatte mich gebraucht: weinend, verletzlich, ehrlich.

Stattdessen bekam es eine Lektion fürs Leben: wenn du bist wie du bist, bist du falsch. Und so wandt es sich aus seinem Korsett heraus und ließ mir eine Lektion zurück. Mehr nicht.

Es war schwer mein Kind gehen zu lassen. In meiner Mutterschaft versagt zu haben. Alles was ich gesehen und gehört hatte, von erfolgreichen Alleinerziehenden, nicht auf mich beziehen zu können.

Es war schwer zu begreifen, dass ich womöglich nicht die beste Mutter war und hart zu akzeptieren, dass mein Kind das Ergebnis dieser Mutterschaft bleibt.

Ich lasse mein Kind los, aber es niemals hängen. Ich gebe meinem Kind die Möglichkeit seine Gefühle anzunehmen, zu verstehen, zu formulieren. Dafür muss es sich von mir emotional lösen dürfen, denn mein Schmerz darf niemals der Schmerz meiner Kinder werden.

Eltern reden selten über Schwierigkeiten und wenn doch, dann oft nur wie sie diese erfolgreich bewältigen konnten. Eltern erzählen selten von ihren Kindern, deren schwerem Weg. Sie erzählen nur, wie sie Hindernisse spielend bewältigen konnten…

Ich möchte so eine Mutter nicht mehr sein. Ich habe versagt und mein Kind musste die Konsequenz tragen. Alles was ich tun kann, jetzt ehrlich dazu zu stehen und es endlich besser zu machen. Alles was mein Kind tun kann, ist alles was es braucht einzufordern, ohne mich, wenn es sein muss.

MEIN HAPPYEND

Als ich vor knapp fünf Monaten verlassen wurde, brach mein Herz spürbar. Es brach aber nicht nur, sondern wuchs auf völlig neue Weise beeindruckend schnell zusammen.

Was ich versuche zu beschreiben, ist der Umstand, heute eine andere Frau zu sein.

Üblicherweise habe ich Trennungen immer schneller überwunden, wenn ich sofort wieder in den Sattel stieg. Also rein ins Single-Portal und losgesucht. Ein paar Dates später stand er dann da. Der Neue.

Oftmals habe ich mich dann gar nicht lange mit meiner Vergangenheit aufgehalten. Die Zeit der Trauer war vorbei, die gemischten Gefühle schrieb ich der neuen Verliebtheit zu. Manchmal fing die neue Liebe auch langsamer an, erstmal treffen, Kaffee trinken, ein Konzert besuchen, etwas quatschen im Park oder am Ufer der Spree. Abends ging es dann entweder ans Eingemachte oder blieb bei einem Abschiedsdrücker vor meinem Haus. Nie und nimmer hätte ich das für falsch, unüblich oder abwegig gehalten. Sich Ruhe zu gönnen, stand nicht auf meiner Agenda. Ein neuer Mann an meiner Seite, die ruhelose Suche nach der großen Liebe eben.

Aber sie waren keine großen Lieben.

Sie waren kleine Geschenke an mein Herz zur Versöhnung und zum Trost. Wie Schokoladeneis und Liebesfilme. Meine Liebesfilme sollten im echten Leben stattfinden und so sehr ich auch versuchte in der Beziehung dann reflektiert, besonnen, erwachsen zu handeln, so sehr hatte ich mir in der Phase davor etwas vorgemacht.

Denn jetzt ist es eben doch anders. Jetzt ist da kein Date, keine Affäre, keine rastlose Idee von Liebe und Familie.

Da sind die Kinder und ich. Meine Freundinnen, meine Familie, mein Wirken und mein sich langsam wieder erholendes Herz. Und dieses Herz hat gelernt, dass egal wie wunderbar der nächste Mensch auch sein mag, ich dies nur ergründen kann, wenn ich mir Zeit dafür nehme. Wenn er mir Zeit dafür lässt. Wir einander kennenlernen und feststellen, ob es wirklich passt oder sich lediglich um eine Form von Anziehung handelt, die wir auch ohne Beziehung ausleben könnten.

Weil all diese Gedanken aber erst nach und nach aufkamen, muss ich etwas schmunzeln. Ich sehe meine Freundinnen die ähnlich oder völlig anders gelebt haben. Die solche Erfahrungen bereits gemacht und mich gewarnt hatten oder die von großen Erwartungen noch immer auf das falsche Pferd Liebe setzen.

Wir alle haben etwas gemeinsam. Die Enttäuschung. Verbunden mit der Angst niemals mehr jemanden zu finden, der sich als würdig erweist. Zu verbittern oder sich immer und immer wieder an Männer zu haften, die uns eigentlich nichts geben.

Mit diesem Gefühl habe ich abgeschlossen. Zum wohl ersten Mal. Ich bin weder wütend, noch traurig. Ich bin versöhnt mit mir und all den Männern meiner Vergangenheit. Wir wussten es nicht besser. Wir wollten lieben und wollten die eine große Sache für den anderen sein. Wir gaben uns hin und scheiterten insofern, eben auf Abbruch drücken zu müssen, so sehr unsere Herzen auch an der Idee von uns hingen.

Hätten wir einander kennenlernen dürfen, vollkommen frei von Erwartungen und gesellschaftlichem Druck, wären wir wohlmöglich nie zusammen gekommen oder heute eine stabile Einheit.

Mit diesem Wissen, um die Fragilität, um das Konstrukt, die Erfahrung die es brauchte, lebe ich alleine sehr gut. Von einem Tag zum anderen. Ohne Hoffnung und ohne Schmerz.

Vielleicht wird es nie den einen an meiner Seite geben, aber es gab sehr viele andere. Ich war wohl nie die eine für all jene, aber ich war da. Wir haben einander viel beigebracht und jetzt und hier ist mein Herz endlich in der Lage zu erkennen was wirklich wichtig ist. Ein Stück Weg, den ich gehen musste. Etwas Zeit, die es brauchte mich kennenzulernen. Etwas Raum, mich so zu lieben, wie ich bin.

Vermutlich war ich in mich ebenso sehr verliebt wie in mein Gegenüber. In mein Feuer, meine Leidenschaft und mein Engagement. Ich durfte mich in den letzten Monaten aber auch lieben für die andere Seite in mir. Und ich möchte nie mehr ruhelos nach jemandem suchen, der mich nur fünfzig Prozent meiner selbst sein lässt.

Das Alleinsein ist eine schöne Erfahrung. Ich bin nicht einsam. Ich lebe in Ruhe.

FRAUEN

Es fiel mir ein paar Tage sehr schwer Texte zu veröffentlichen.

Lange wusste ich nicht, ob ich verstummen möchte und mich in keinster Weise mehr sichtbar machen solle oder ob all meine Worte hier von den Falschen gelesen und interpretiert werden könnten.

Zeit meines Lebens haben mir Menschen, ja auch und gerade Frauen, die größten Schmerzen bereitet.

Insbesondere wohl, weil sie nicht in der Lage waren sich von ihren männlichen Einflussnehmern loszusagen.

Die härtesten Frauen, kämpften wie die schwächsten Männer. Mit Dominanz, Intrigen, unfairen Mitteln, gegen einen unsichtbaren Feind.

Denn wenn wir uns davor fürchten müssen den mühsam erarbeiteten Respekt wieder zu verlieren, den guten Posten an eine andere abzugeben, unserer fragile Schönheit eben doch nicht konkurrenzlos oder gar zeitlos bleibt, werden wir nervös. Und wer sich ängstigt, wird wütend und wer wütend wird greift nicht selten nach unten an.

Es heißt Solidarität. Es funktioniert nur, wenn Männer sich Feministinnen nennen. Dort wo die üblichen Strukturen herrschen, von einem Patriarchen oder einem Chef im Sessel, wird es keine Luft für Frauen geben. Keine Solidarität, kein Mitgefühl und geteiltes Leid.

Frauen lassen sich noch immer viel zu oft sagen, was die männliche Mehrheit ihnen eingeredet hat. Und sie handeln danach. Manchmal sofort und oftmals später. Gegen die männliche Energie haben sie keine Chance, denn diese trifft alle Entscheidungen, hat alle Zügel in der Hand und mit ihr steht oder fällt unser Potential und Wirken.

Wenn mir also nochmals eine Frau weh tut, weiß ich voraussichtlich woher dieses Gebaren kommt. Irgendwo sitzt ihr Schmerz tief. Der Schmerz nur eine Frau zu sein. Doppelt so hart im Job arbeiten zu müssen, wenig Mitgefühl zeigen dürfen, sich zu Hause hingegen als liebevolle und sanfte Erscheinung zu präsentieren, was schizophren ausgelegt werden könnte, aber nicht wird.

Frauen als gelebter Wiederspruch, zwischen Männern.

Als Versuch Stereotypen zu überwinden, aber niemals wirklich eine Chance zu bekommen.

Bewaffnet mit Intelligenz, Charme und Redegewandtheit, was aber den Machtmissbrauch schon absehbar macht.

Frauen können sich weiterhin ihren Vätern, Partnern, Chefs, männlichen Vorrednern anschließen. Oder sie geben sich endlich nicht mehr alten Strukturen hin, sondern gründen neue.

Zieht eure Frauen mit auf die Chefetage!

Hört euren Mitstreiterinnen zu!

Gebt den Verstummten wieder eine Stimme!

Lasst euch nicht mehr sagen, wie ihr bessere Arschlöcher seid!

Seid keine Arschlöcher!

Frauen können proaktiv werden, wenn sie ihre Ängste gegen Männer abbauen. Wenn sie nicht mehr darüber grübeln, ob ihnen ein Mann ihre Arbeit madig macht. Ihnen ihren Einfluss abspricht..sie klein hält oder für dumm. Frauen können einander eine Stimme geben.

Geben wir einander unsere Stimmen zurück!

DIE WELT DER ERWACHSENEN

Als ich ein Kind war, habe ich nie in Frage gestellt ein Kind zu sein. Ich war ein Kind und das gerne. Die Erwachsenen haben auf mich keine Faszination ausgeübt. Sie waren höchstens Statisten in meinem Leben. Die meisten davon auch noch unfähige, lieblose und grausame Statisten.

Als ich eine Jugendliche war, wollte ich auch endlich erwachsen sein. Ich wollte Geld ausgeben können, meine eigenen vier Wände beziehen und Freiheit schmecken. Ich träumte von einer Karriere und dachte, alles was ich mir erträume, kann ich nun erreichen.

Als ich erwachsen wurde, tat mir mein Herz bald weh. Der Verlust meiner Kindheit kam schleichend. Erste keine Spielsachen mehr an Weihnachten, später eine Menge Verantwortung in den eigenen vier Wänden. Ich brachte den Müll raus, fütterte die Katze und aß Nudeln mit Ketchup, denn viel Geld hatte ich nicht.

Rückblickend und durch die Augen meiner Kinder, müssen Erwachsene ganz schöne Loser sein.

Große, plumpe Wesen, die mit ihren Entscheidungen, ihren egoistischen Bedürfnissen und dem Verlust von Zauber umzugehen versuchen. Wesen die durch ihre Leben und die der anderen poltern. Immer auf der Suche nach Sinn. Keine Ahnung habend wie sie die getroffenen Entscheidungen rückgängig machen sollen oder sich ärgern, weil alles was sie einst erträumt haben, nun nicht mehr erfüllbar ist. Und auf den Rücken ihrer Kinder, einer hoffnungsfrohen neuen Generation, begehen sie die ewig gleichen Fehler ihrer Eltern. Sie sind grausam, achtlos und können sich nicht mehr erinnern was es bedeutet hat ein Kind zu sein.

Kinder sehen uns an und wünschen sich so hart, dass wir sie auch ansehen. Ihre Bedürfnisse wahrnehmen, echtes Interesse entwickeln, sie lieben und achten, unabhängig einer erbrachten Leistung.

Sie sehen uns an und wollen sein wie wir. Ein bisschen kalt, ein bisschen unabhängig, ein bisschen stärker. Sie wollen sein wie die besseren Erwachsenen. Bessere Entscheidungen treffen, weniger Launen pflegen, häufiger Liebe zelebrieren. Sie wollen uns auf ähnliche Weise völlig anders und neu erfinden.

Und wir gehen damit um, als seien sie ebenfalls nur Statisten. Kleiner als wir. Dümmer, wenn wir ihnen sagen was sie tun sollen und klüger, wenn wir ihnen die Last der ganzen Welt zumuten.

Aus uns wurden die Erwachsenen, die wir als Kind gehasst haben. Die wir bewundert haben. Die wir in all ihrer Pracht sahen und nicht ergründen konnten.

Die Verantwortung die es braucht Kinder wie Menschen zu behandeln, zu sehen, zu achten und zu respektieren, kam uns zwischen Wunsch und Wirklichkeit oft abhanden.

Hoffen wir, unsere Kinder geben sich die Chance es eines Tages wirklich besser zu wissen.

DIE GEISTER DIE DU RIEFST

In den letzten Tagen habe ich mich viel gequält oder wurde gequält.

Ich bewarb mich neu, zeigte mich mutig und zuversichtlich. Ich gab etwas auf und erfasste für mich, hier kann und möchte ich nicht bleiben.

Nach einigen Wochen erkannte ich außerdem, dass egal wohin mich mein Weg führt, an diesem Ausgangspunkt nichts mehr für mich zu holen oder erreichen wäre, als der alte Bekannte Kummer und sein Begleiter Angst. Also nahm ich meinen Mut zusammen und kündigte. Machte mich auf in eine neue Unbekannte und fand einen neuen Job, eine neue Herausforderung und somit auch neue Anstrengung. Denn ein Neustart ist nicht immer nur Sonnenschein und Chance, wie uns viele Menschen weismachen wollen. Ein Neustart ist besetzt mit Zweifeln, Wünschen und Hoffnungen. Mit dem Blick in die Vergangenheit und mit dem Bedürfnis nach Ruhe. Einem Hafen, um endlich anzukommen.

Viele Menschen mögen das weniger melodramatisch betrachten. Sie sehen sich seltener solchen Schikanen ausgesetzt und betrachten Dinge durch eine andere Brille.

Ich habe mir meine Betrachtungsweise nicht ausgesucht. Meine Prägung verrät mich immer wieder. War ich eben noch mutig und stark, triggert mich etwas und ich sacke innerlich zusammen. Ich spüre dann wie ich feige werde, mich schützen möchte und dabei so schutzlos wie ein Kleinkind fühle. Alles ist mir dann zu nahe, zu schnell, zu rastlos und unwirklich. Die eigene Selbstwirksamkeit ein Konstrukt, denn erfahren habe ich sie in meiner Kindheit nie. Vermutlich habe ich geweint, gebrüllt, gebeten und all das hat nichts genützt. Also wurde ich stumm. Ich hatte verlernt mich zu fühlen, verlernt anderen zu vertrauen und weiß bis heute nicht wie es mir möglich sein soll all das zu verarbeiten.

Immer wenn ich also mit mir und meiner Vergangenheit konfrontiert werde und sei es auch nur versehentlich, gerät etwas in mir durcheinander. Manchmal nur kurz und nicht selten für eine ganze Weile.

In diesen Phasen erprobe ich mich an Selbstvertrauen, Selbstwirksamkeit und Selbstständigkeit. Ich gebe mir das Gefühl, dass alles gut ist. Ein früher wird es nicht mehr geben. Ich bin jetzt ja erwachsen. Doch der Trigger wurde bedient. Und ich kann mich manchmal gegen den ersten Impuls wehren und oftmals bleibt da doch nur dieses Gefühl zurück nie ganz geheilt zu sein.

Und so strauchel ich ab und an noch und egal wie stolz ich auf all das bin, was ich ich bin…die Kinder, die Fähigkeit zu lieben, anderen nie schaden zu wollen, mich stark zu machen und ein freundliches Wesen zu sein, komme was wolle, manchmal ist es nicht möglich.

Manchmal muss ich gestehen, ich habe Angst. Ich bin feige. Ich finde nicht zurück zu mir oder dem Mut. Meine Größe ist harte Arbeit und du kannst davon nichts wissen, aber setzt mir in irgendeiner Form die Hörner auf.

Eigentlich kann ich nur weitermachen und darauf bauen, Menschen ein Stück weit mit eigenem Verständnis nahezubringen, wie es sich anfühlt nicht verstanden zu werden.

Im Grunde ist das aber auch nicht meine Aufgabe.