DIE UNERTRÄGLICHE

Jeder kennt Menschen die einen schlechten Tag hatten. Die nörgeln und sich über ihr Leid austauschen. Jeder von uns war vermutlich einmal oder achtzehnmal in einer Phase des Zweifels und Verdrusses.

Wir fluchen, wir jammern, wir poltern und leben dann weiter.

Anders bei anderen. Den Ausnahmen. Denen die immer häufiger zu meiner Lebensrealität wurden.

Menschen die nichts Gutes zu fühlen scheinen. Die nicht leben wollen. Deren Leben ein einziges Trümmerfeld scheint und denen es immer schlechter geht als allen anderen, laut Aussage.

Habe ich einen Kratzer, hat die andere Person die Grippe. Stirbt ein geliebter Verwandter, stirbt die andere Person selbst. Habe ich etwas woran ich mich erfreue, wird die andere Person mir das Haar in der Suppe suchen. Und wird immer fündig.

Menschen die aufstehen und in Depressionen über andere wachen wie der Tod über unser aller Leben. Sie picken und starren und winden sich unter der Sonne. Ihr Leben geprägt von Leid. Ihr Dasein nichts als Qual. Diese Qual als Berechtigung überall zu meckern und ständig schlechte Stimmung zu verbreiten.

Es sind gar nicht die psychisch angeschlagenen Menschen. Die Depressiven, die Traumatisierten. Es sind die Menschen, die sich nur im Drama spüren. Die keinen Ausweg sehen, als im Leid und in der Boshaftigkeit noch ein wenig zu atmen.

Ich hasse diese Beziehungen. In denen alles was ich tue vermeintlich falsch zu sein scheint. Jedes Lachen im Keim erstickt. In dem Neid zu Bindung gehört und ungesund verteilt wird wie Bonbons. In dem jeder Satz aussagt „Mir geht es schlecht und dir soll es auch so gehen!“.

Diese Menschen machen mir Angst. Sie ziehen runter. Sie bringen mich an Grenzen. Grenzen mich nicht einsetzen zu wollen. Kraft zu verlieren, wo ich sie schenken mag. In Achtsamkeit zu begegnen, statt in Missmut. Ich werde hilflos. Werde schwach. Werde wütend.

Ich habe begonnen diese Menschen nach und nach auf Abstand zu halten und auch das macht mich traurig. Ich bin empathisch und möchte unterstützen. Möchte Freude und Leid teilen. Möchte eine Freundin sein. Aber ich fühle schon lange nichts mehr. Nur noch Schwärze.

Ich distanziere mich. Ich schütze mich. Es tut mir leid, aber noch viel mehr als um euch, um mich.

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