AUS DER SCHWÄCHE

Wer ganz unten war, spürt kleine Erhebungen manchmal intensiver.

Ea ist wie das Nachlassen eines Schmerzes. Obwohl er noch da ist, fühlt sich alles schon viel besser und leichter an, als der Moment des Höhepunkts, als wir dachten sterben zu müssen.

Plötzlich ist alles wieder angenehmer. Rausgehen macht Sinn, sich mit Dingen beschäftigen, die kurzzeitig in Vergessenheit gerieten.

Wenn der Tiefpunkt erreicht wurde, gibt es kein noch tiefer. Es geht nur noch bergauf, was natürlich jeder für sich selbst definiert.

Meine Tiefpunkte waren immer die Wiedergeburt meiner selbst. Manchmal mit Hilfe anderer und inzwischen viel öfter aus eigener Kraft.

Ich rappel mich nach und nach auf. Ein Lachanfall ins Leben, beweist: ich bin zurück. War nie weg. Nur kurz verschwunden unter einem Berg erdrückender Emotionen.

Sobald ich das Tageslicht wieder in mir spüren kann, den Morgen, die Freude mich durchdringt, gibt es keinen Weg zurück in die Unendlichkeit der Trauer.

Ich fühle mich stärker. Es hat mich nicht umgebracht.

Zum Leben gehört nun einmal auch das ewige Sterben. In Momentaufnahmen. In einer Häufung, die uns auf das tatsächliche Ableben vorbereitet. Auf eine Stille, eine Unveränderbarkeit, über die wir keine Kontrolle haben.

Diese Macht und Energie in mir, lässt mich den Menschen entwachsen, die mich in die Tiefe gestoßen haben. Sie sind dann nur noch Randfiguren meines eigenen Theaterstücks. Jemand der einmal da war, taucht noch im Abspann auf und hat sich im Parkett verewigt. Spuren hinterlassen sie alle. Aber insbesondere hinterlassen sie mich größer, erwachsen.

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