AN EURER SEITE

Was mir als Pädagogin noch schwer fällt, ist es glaubhaft zu transportieren, an der Seite der Eltern und ihrer Kinder zu stehen.

Viele Eltern haben verlernt, den Pädagogischen Kräften Vertrauen zu schenken. Natürlich basierend auf Erfahrungen und dem Wissen um schwarze Pädagogik. Obwohl sie uns auf der einen Seite ihre Kinder mehr oder minder freiwillig (Job und Schulpflicht zwingen ja wohl eher) in Obhut geben und wir damit teilweise mehr Zeit mit diesen anvertrauten Menschen verbringen, als sie selbst, bleibt da immer dieser Unmut. Das Gefühl, die andere Erziehungsperson könnte Fehler begehen, etwas fehlinterpretieren oder in völlig anderem Stil gegen die eigene Richtung lenken.

Und manchmal haben die Eltern ja auch Recht. Viele meiner Kollegen und Kolleginnen neigen hier und da noch zu groben Maßnahmen und reagieren aus Überforderung oder eigener Sozialisierung heraus völlig falsch. Da werden Kinder nicht nur psychisch und körperlich unterdrückt, sondern ganze Kübel von Vorurteilen gegenüber der Familie, den Eltern, der Herkunft usw. über dem Kind ausgeleert.

So möchte ich aber nicht sein. Ich möchte die Eltern als das begreifen was sie sind. Meine wichtigsten Ansprechpartner. Meine Verbündeten, meine Experten und RatgeberInnen. Sie sind bereits Eltern vor der Geburt ihrer Kinder. Sie haben sich Gedanken um ihre Kinder und die Art der Erziehung gemacht. Sie wissen ihr Kind besser einzuschätzen als ich es je könnte. Natürlich gibt es Ausnahmen, aber die können dennoch auf mehr gelebte tatsächlicher Erfahrung zurückgreifen als sie denken. Wonach sehnt sich das Kind, wenn es müde ist? Wie reagiert es bei Überforderung? Ist es lieber alleine oder in großer Gesellschaft? Braucht es Zuwendung und Unterstützung oder ruft es erst nach Hilfestellung, wenn nichts mehr geht? Es sind diese tausend Ideen, die wir dem Kind an Beachtung leider gar nicht schenken können. Wir können aber versuchen mit den Eltern in Kommunikation zu treten und einigermaßen kindentsprechend zu agieren.

Mir fällt es noch sehr schwer diese Haltung herüberzubringen. Eltern sehen in mir die freundliche Ansprechpartnerin, aber auch große Kritikerin. Sie sehen, was ich erwarte und ich bleibe meiner Linie treu immer ehrlich und reflektiert zu handeln.

Eltern sind es nicht mehr gewohnt, dass jemand zuallererst ihrem Kind verpflichtet arbeitet und dann schließlich auch ihnen gegenüber. Wir sind nun einmal Dienstleister. Wir haben uns der Aufgabe verschrieben gemeinsam ihre Kinder zu begleiten. Jeder von uns freiwillig und jeder aus einer bestimmten Motivation heraus.

Meine Motivation ist, den Eltern und Kindern eine so angenehme Zeit wie möglich bereiten zu wollen. Eine Weile mit ihnen zu gehen und sie hoffentlich gestärkt verabschieden zu dürfen. Ich habe manchmal Angst diese, meine Werte nicht genügend sichtbar zu machen und Eltern gegen mich aufzubringen, obwohl sie in mir ihre helfende Hand sehen können.

Wir sind nicht Teil einer Generation der Respektlosen. Wir sind dabei Kinder wie Menschen zu behandeln, weil sie nichts anderes als das sind. Wir sind dabei Eltern ernstzunehmen und wünschen ernstgenommen zu werden.

Gemeinsam sind wir hier. Gemeinsam für das Kind. Ihr Kind.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s