LEBENSHUNGER VS SELBSTMITLEID

Ja, so ein Leben kann einen schaffen.

Da ackert man sich zunächst, an der Seite vielleicht nicht ganz so würdiger Eltern, durch seine Kindheit.

Dann beginnt die Zeit der leidigen Pubertät. Alles kann, nichts muss hier schief gehen. Eventuell verkackt man seine Schullaufbahn oder hat sich in das System gut eingefügt.

Dann beginnt das echte Leben. Rechnungen zahlen, einen Partner finden, eigene Entscheidungen treffen und sie wieder bereuen. Sich zurück sehnen, in die Zeit der Verantwortungslosigkeit. Die Zeit der Ahnungslosigkeit.

Eventuell bekommt man in dieser Phase seines Lebens ein Kind oder zwei. Dieses Lebewesen ändert nochmal alles. War man vorher vielleicht noch der King jeder Bar, ist man plötzlich verletzlich und verwundbar geworden. Es gilt einen anderen Menschen zu schützen. Sein Leben jederzeit mit meinem zu schützen.

Wieder kann das Schicksal gepaart mit eigenen Entscheidungen, je nachdem ob ich eher ein naiver Typ war, zuschlagen. Ich könnte bereits geschieden sein, verarmt, ständig arbeitslos, krank oder depressiv. Ich könnte alles auf einmal schleppen müssen, auf meinen breiten Schultern.

Alles könnte mich jeden Tag so wütend und bitter werden lassen, wo die Trauer eigentlich groß und klumpig in meiner Kehle sitzt.

Oder aber ich stehe auf und bleibe wer ich immer war: neugierig, lebenslustig, hungrig nach Erfahrungen.

Da gibt es so viele Möglichkeiten draußen in der Welt. Es gibt dieses eine Leben, nur für mich. Ich habe Entscheidungen getroffen, die ich ändern kann und einige deren Konsequenzen ich nun trage.

Ich kann mich vergraben und die Welt hassen. Ich kann versuchen die Welt besser zu machen, für mich und uns.

Meine Entscheidung für das Leben, treffe ich täglich. Es ist mein Leben und kann maßgeblich durch mich geformt und erneuert werden. Dies geschieht aber nur, wenn ich aufhören kann jeden einzelnen Schicksalsschlag als solchen anzunehmen. Ihn jeden Tag zu reproduzieren. Mich daran zu erinnern was weh tat, statt zu erkennen wie ich tapfer und stark daraus geboren wurde.

Selbstmitleid ist Selbstmontage. Aus Selbstmitleid gehen wunderbare russische Romane hervor und viele gekränkte Diktaturen.

Selbstmitleid hat nichts mit Lebenslust zu tun. Es will alles Leben von Innen und Außen auffressen. Die Seele des Lebens ist Lust. Ist Mut. Ist Kraft.

Angst fressen Seele auf, heißt es.

Bekämpfen wir diese Ängste, miteinander, statt uns gegenseitig klein und kaputt zu machen.

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