DIE WELT IN DEINEM KOPF

Wir sind uns vermutlich alle darin einig, geliebt werden zu wollen. Am allerliebsten aufrichtig und ohne dafür etwas leisten oder jemand sein zu müssen. Ehrliche Liebe, frei jeglicher Ansprüche und von Druck.

Leider lese ich zeitgleich auch von Menschen, die sehr wohl Ansprüche stellen. Niemand würde unter Niveau, Würde oder Zwang eine Beziehung zu einer anderen Person eingehen. Zumindest nicht freiwillig.

Jemand der eine andere Person kritisch betrachtet, beispielsweise während oder nach eines Dates, findet relativ häufig die Fehler, selten aber die wahre Liebe auf den ersten Blick.

Am Ende des Dates könnte die Frage nach Fortsetzung gestellt werden oder man geht sich gleich aus dem Weg.

Was aber, wenn mein Gegenüber tatsächlich einfach so gar nichts interessantes an sich hat? Wenn diese Person ein Leben in seinem Kopf führt, gerne auch online, aber in der realen Welt heillos überfordert ist?

Was muss ich mitbringen, um dem Gegenüber tatsächlich zu gefallen, damit am Ende der Funke überspringt?

Wir können nicht ernsthaft so naiv sein zu glauben, unser Gegenüber müsse uns einfach nur in einem abgeschlossenen Raum (Chat oder die eigenen vier Wände) treffen, sich unterhalten und damit sei die ewig-treue Beziehung geboren.

Die Ansprüche die wir an andere haben, haben andere doch auch an uns. Natürlich wäre es großartig, wenn nicht mehr dazu gehöre, als zu sein. Die Realität sieht aber anders aus. Humor lässt sich erst erkunden, indem man humorvolle Geschichten schafft. Gemeinsamkeiten stellt man in Aktion fest und schöne Momente auf die man zurückschauen will, werden nicht dauerhaft hinter verriegelten Türen kreiert. Es gehören Abenteuer, Nähe und Distanz dazu. Sich mit anderen auszutauschen, etwas Prägendes erleben, sich verschiedenen Situationen auszusetzen und erfahrbar machen, wie man individuell reagiert und sich dennoch bewusst füreinander entscheidet. Solche Dinge passieren nicht einfach so. Sie wollen gelebt werden.

Es ist ein Leben und will gelebt werden. Miteinander oder alleine. Wer sich für das Miteinander entschieden hat, wird den Schritt nach draußen wagen müssen. So ein weißes Pferd mit dem Ritter in schimmernder Rüstung, passt nämlich selten ins Wohnzimmer.

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