MÄNNER DIE JUNGEN FRAUEN NACHRUFEN

Wir kennen es, wir erleben es, wir sehen es tagtäglich. Männer die Frauen auf der Straße nachsehen, sollten nicht das Problem sein. Ein Problem wird es, wenn sie uns nachbrüllen, hinterher laufen und im schlimmsten Fall sogar körperlich übergriffig sind.

Eben lief eine junge Frau die Straße entlang, bei Tageslicht, unter vielen Menschen die im Berufsverkehr an der Ampel standen. Sie trug den berühmten Minirock vor dem uns immer alle Richter, Politiker und Männer warnen. Das Markenzeichen jeder sexuellen Übergriffigkeit. Die Einladung, der Übeltäter und das Schuldbekenntnis.

Nun war es nicht der Otto-Normal-Honk der ihr nachpfiff, sondern zwei Fahrer der städtischen Müllabfuhr. Sie hupten laut in ihrem Truck, während sie aus dem Fenster brüllend lachten und pfiffen.

Diese junge Frau trug Kopfhörer, doch ihr war die Schamesröte anzusehen. Sie zuppelte kurz an sich herum und versuchte vermutlich sehr tapfer zu wirken.

Wenn Männer das machen, nervt es uns. Wenn städtische Angestellte das machen, kriegen wir Angst. Wer so wenig Schamgefühl wie diese zwei Kerle hat, sollte kündigen.

9 Kommentare zu „MÄNNER DIE JUNGEN FRAUEN NACHRUFEN

  1. Ich gehöre ja mittlerweile dem etwas älteren Semester an. Jedoch kann ich eines mit Sicherheit sagen: Ich habe mich seit meiner Jugend immer bemüht, mich anständig zu verhalten. Dabei habe ich durchaus gerne einmal etwas länger hingeschaut – tue ich auch heute noch.
    Doch es gibt einen Spruch, den ich immer beherzigt habe: Ein Kavalier – genießt, und schweigt! 🙄
    Und geguckt wird mit den Augen, und nur damit!

    Liebe Grüße,
    Werner

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  2. Man muss das Offensichtliche nicht betonen.
    Aber das rührt daher wenn man Frauen als Objekte betrachtet.
    Als eine Möglichkeit sich selbst zu beweisen.
    Solche Männer sind nie erwachsen geworden.
    Sie behandeln Frauen wie damals ihr Spielzeug.
    Für mich hat das wenig mit Geschlechtern zu tun.
    Eher mit menschlichem Respekt.
    Mit so einem Verhalten erniedrigt man nicht die Frau.
    Es ist ihr bloß unangenehm und man will da schnell weg.
    Sondern man erniedrigt sich selbst.
    Ich finde es auch nicht richtig sich so ein Verhalten zu verkneifen.
    Wenn man es sich verkneifen muss, hat man bereits ein Problem.

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    1. Jein, verkneifen sollte man es sich dennoch. Probleme lassen sich überall in allen Ausprägungen und Neigungen finden. Der Umgang damit ist wichtig. Wenn sich zwei Männer gegenseitig bestärken oder zumindest nicht bremsen können, dann erniedrigen sie sich und die Frau, ihren Arbeitgeber und alle Menschen die diese Situation gesehen haben. In einer Zeit in der wir jedoch in anderen Ländern (siehe Thailand) noch immer männliche Rechte stützen, bei allem Fortschritt, die der Frauen aber unterdrücken (siehe Saudi Arabien), kann man ja fast nur staunen „wie weit“ wir hier in Deutschland schon sind. Es ist ein schreckliches Vermächtnis sich über Generationen noch immer nicht stärker für Frauen gemacht zu haben. Eine Selbstverständlichkeit die scheinbar in vielen Köpfen und Herzen keine ist.

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      1. Du hast mich gerade falsch verstanden.
        Wenn das Bedürfnis danach in einem kocht, hat man bereits ein Problem.
        Ich verstehe nicht warum manche Männer so tun als ob sie Tiere wären.
        Ich muss mir da nichts verkneifen, weil es mir unangenehm wäre einen anderen Menschen so zu bedrängen.
        Ich meinte nicht dass man dem freien Lauf lassen sollte. Sondern dass die Mentalität an sich bereits schädlich ist.

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      2. Wohl wahr. Ich will nur sagen, es gibt Neigungen, die lassen sich nicht immer erklären oder entschuldigen. Es sollte aber genug Menschenverstand geben, sich diesen nicht kampflos unterzuordnen. Wenn ein Mann sich von einem Frauenbein getriggert fühlt, ist das nicht per se ungewöhnlich. Sein Umgang damit macht dann aber den Unterschied. Weder gilt er nach einem Blick als Monster, noch wenn er die Frau wohlwollend anspricht. Herablassung beginnt, sobald sie im Kopf einsetzt. Ich bin mir sicher diese Menschen haben in diesem Moment nicht einen freundlichen Gedanken für ihr gegenüber übrig, sondern nur Schmutz und Scheiße.

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      3. Ich -behaupte- dass das eine kulturelle Sache ist. Das liegt daran weil solch ein Verhalten belohnt wird. Ich war ehrlich gesagt nie so drauf. Jetzt kommt aber der Plot-Twist. Dafür haben viele „Freunde“ auf mich herabgesehen. Man ist dann kein richtiger Mann. Sogar manche Frauen empfanden mich dadurch als Sonderling. Ein richtiger Mann fragt nicht. Der nimmt sich was er will. Es denken doch viele so? Männer müssen sich damit selbst etwas beweisen. Und wenn du das nicht tust dann gehörst du nicht dazu.

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  3. Kündigen, wieso denn? Aber vielleicht gekündgt werden. Nur von wem? Und wo ist die Dokumentation, weil fair muß es ja schon zugehen (ist es, teilweise weil Einzelsituationen eben nicht zweifelsfrei beweisbar sind, bei der ganzen me too Geschichte leider oft genug nicht).
    Und andererseits, ich denke nur an die Gomringer – Wandmalerei, ist offenbar anderen schon das Nachschauen zu viel.
    Alle werden eh nie zufrieden sein.
    Wie soll man reagieren (ach so, ja, es wäre schön, wenn Mann reagieren würde. Aber wahrscheinlich läuft der einzelne Anständige dann grad an einer entsprechend grölenden Gruppe vorbei, und er wäre ja schön blöd..)? Einer Komilitonin von einst faßte ein noch nicht mal halbwüchsiges Knäblein zwischen die Beine, einfach so, im Vorbeilaufen. Wir waren entsetzt über ihre Erzählung, sie aber, ohne hin ein aufgewecktes Frauenzimmerchen, hatte sogleich eine adäquate Reaktion parat und hat ihm eine geballert.
    Ob er was gelernt hat? Wissen wir nicht, aber zumindest war er genauso baff wie sie.
    Grundsätzlich aber wird es endlich nötig sein, klarzumachen, dass solch ein Affenzirkus nichts mit Bewunderung und nett sein zu tun hat, was sich, glaube ich, auch noch nicht überall herumgesprochen hat. Und dass das keine Frau will und am allerwenigsten ein junges Mädchen. Und dass das doch bitte zu unterlassen ist.
    Und wie immer: es muß nach dem ungehörten Bitte etwas kommen. Offenkundig ist da unsere Gesellschaft („aber sie hat einen Minirock getragen“) noch nicht so weit. Doch es wird darüber gesprochen, immerhin.

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