ICH ZÄHLE JETZT BIS DREI…

…und dann!

Ja, was dann? Oftmals hoffen wir Erwachsenen, die Kinder stellen diese pädagogische Maßnahme nicht in Frage. Wer bis drei noch nicht getan hat, was von ihm erhofft wurde, wird überrascht feststellen, dass zumindest die wohlgesonnenen Menschen unter uns einfach so gar keine Idee haben, was nach der Zahl Drei eigentlich passieren soll. So haben es unsere Eltern schon erlebt und so erleben wir es nun. Wir zittern innerlich und jubeln heimlich, wenn uns dieser Trick ein bisschen Macht, einen Zeitaufschub oder eine Konsequenz eingebracht hat. Kinder die nach der Drei noch bockig stehen bleiben, weinend vor dem Süßigkeitenregal der Kasse wüten oder keine Lust haben aufzuräumen, sind der Feind jedes Erwachsenen.

Was aber, wenn die uns zur Verzweiflung treibende Person ebenfalls ein Erwachsener ist?

Kinder neigen ja aller Erfahrung nach dazu, ab und an störrisch oder zumindest sehr willensstark zu bleiben. Wenn sie eine Idee haben die unserer nicht entspricht, haben wir kaum eine Chance ihnen diese schmackhaft zu machen. Allen Argumenten zum Trotz, wird dann darauf beharrt, das Gemüse der Feind ist, mitternächtliches Spielen ein großer Spaß sei oder Zähne putzen zu Wutanfällen führen muss. Es ist wie es ist. Das Kind hat ja Recht. Hin und wieder zumindest. Was bilden wir uns ein ihren Willen zu brechen und was denken wir uns dabei, hier in die Diskussion zu gehen? Sie haben keine Lust und damit Schluss.

Erwachsene kennen diese Ohnmacht. Dieses Gefühl Nichts erreichen zu können und hoffen auf ein schnelles Altern des Kindes. Irgendwann wird alles gut.

Wenn aber nun einmal der andere kein Kind ist? Was wenn uns jemand gegenübersteht, der ebenfalls längst den Kinderschuhen entwachsen ist und in uns diese Ohnmacht hervorruft? Jemand der partout nicht mit uns spricht, sich nicht erklären will, sich uns gegenüber respektlos und grenzüberschreitend verhält?

Ignorieren wir diese Person oder reden wir auf sie ein? Geben wir Zeit und Raum oder zählen wir zumindest innerlich bis drei. Hoffen auf eine Erlösung die mitunter nie kommen wird.

Wer die Geheimwaffe am Kind erfolgreich erproben konnte, weiß sie währt nicht ewig. Eines Tages sind die Kinder erfahren genug, unsere Muster in Frage zu stellen. Ins Gericht mit uns zu gehen.

Sind Erwachsene somit schon drei Schritte voraus? Wie geht man also damit um, einem Erwachsenen etwas nicht einreden zu können? Wieso arbeitet man sich am Kinde so ab?

Erwachsene die keine Lust haben zu streiten, die sich zurückziehen und den anderen zetern lassen, haben etwas entscheidendes verstanden: nach der Drei folgt nur eine Konsequenz. Entweder man bleibt oder man geht.

Kinder wissen, der andere geht nirgends hin. Entweder aus Liebe oder aus Pflichtgefühl.

Wieso Kinder uns dennoch die Macht geben sie so zu manipulieren, obwohl wir doch definitiv alles daran setzen werden uns am Ende wieder gut mit ihnen zu stellen, wird mir dann zum Rätsel, wenn ich überlege, dass Erwachsene sich weniger manipulieren lassen, obwohl sie mit dem Verlust rechnen müssen.

Andererseits…wer weiß schon was das Erfolgsrezept der Drei ist? Hat jemals jemand einem Erwachsenen damit gedroht?

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