SAVE ME FROM WHAT I WANT

Liebe Deutsche, liebe Welt,

ihr kommt euch gegängelt vor. Überall Verbote, überall Vorgaben.

Es fällt oft schwer sich unter dem Korsett tatsächlich frei zu fühlen. Demokratie zu verstehen, wenn sie in den eigenen Augen nicht nachvollziehbar scheint.

Es gibt wenig Raum für die eigenen Bedürfnisse, so denken viele.

Aber was sind die Bedürfnisse? Sind meine eigenen Bedürfnisse auch die der anderen? Sind meine Wünsche, Ziele und mein Handeln übergeordnete, egoistische Motive, nicht nur ausschließlich um zu überleben, ja zu sein, sondern dazu da, mir immer auf die leichteste und schnellstmögliche Weise das Leben lebenswert zu gestalten? Ist mein Leben lebenswert, wenn ich andere dafür leiden lasse? Hungern? Ins Aus bringe?

Kann ich mein einzelnes, individuelles Leben unabhängig, abgetrennt von allen anderen leben und betrachten, ohne schlechtes Gewissen für folgende Generationen? Ach was, auch heute schon.

Ich denke nicht.

Politiker sagen, es braucht niemanden der dem Volk ständig sagt was es zu tun oder besser noch zu lassen hat. Es sollte frei und selbstbestimmt leben und existieren. Es sollte keine Gesellschaft der Verbote entstehen.

Richtig. Denn Verbote gefallen dem einzelnen Menschen nicht. Sie beschränken ihn wohlmöglich. Profitieren kann man nur von einem Verbot, wenn es den anderen betrifft, hoffentlich den der mich sowieso stört.

Verbote verringern meinen Handlungsspielraum. Sie beschränken und kontrollieren. Sie geben wenig Aufschluss über meine Werte und darüber, ob ich selbstständig dazu in der Lage bin Entscheidungen zu treffen, die für etwas Großes oder Gutes, für alle und nicht nur mich als einzelnen getroffen wurden.

So begründen viele Leute, sie würden sich ja gesünder und bewusster ernähren, die richtigen Ziele setzen, z.B. die Umwelt zu schonen oder sich für schwächere Menschen einsetzen, aber…

Ja, was denn aber?

Weil es irgendwo ein Gesetz gibt oder jemanden der mit dem Finger in die Wunde drückt, ist man plötzlich dagegen? Fühlt sich unter Druck, sieht die freie Entfaltung gefährdet und möchte deshalb seine demokratischen Rechte in Anspruch nehmen lieber doch per se dagegen zu stimmen?

Es ist ein Jammer. Da wo ich handeln müsste, fällt es mir schwer. Denn es geht mir ja gut. In einer Zeit und in einem Land, in dem ich mich zwar über dieses und jenes beklage, aber doch bitte nichts anders haben möchte. Bin halt ein Gewohnheitstier. In einer Welt, in der ich offenen Auges Menschen durch das Meer treiben sehe, Hungersnot ignorieren kann und mich glücklich schätze, mein Fleisch billig und in großer Stückzahl bei Aldi und Netto kaufen zu können. Dass wir uns mitten in einer für Mensch und Tier katastrophalen Natur- Apokalypse befinden, in der wir demnächst selbst mit den Auswirkungen wie Nahrungsmittelknappheit und Existenzbedrohung für Bauern, Landwirtschaft usw. zu rechnen haben.

Wir fahren durch die Großstadt, in einem SUV, weil es uns irgendwie das Leben erleichtert. Aber wie genau?

Wir erwarten von oben alles und reichen nach unten nicht einmal den Ärmsten und hilfsbedürftigen Leuten die Hand.

Wir setzen Kinder in die Welt, über die wir heute nicht mit Sicherheit sagen können, was sie Morgen erleben werden. Dank uns. Dank unserer Väter. Dank ihrer Idole.

Wir sitzen unsere Zeit ab. Schwitzen sie ab. Nehmen in Kauf was uns sowieso im Grunde so lange egal ist, bis es uns selbst erwischt. Bis die Oma am Hitzschlag stirbt und die Preise für Butter und Milch explodieren. Es fragt sich niemand, wieso Flüchtlinge flüchten. Wovor? Wenn wir es in ein paar Jahren am eigenen Leib spüren, werden wir uns erinnern?

Es sollte jemanden geben der uns vor uns selbst schützt. Wir sehen das Leid, wir sehen was schief geht, wir ahnen was noch kommt und machen nichts.

Es ist nicht ausschließlich an uns die Welt zu verbessern, aber es ist an uns Verbesserungen anzunehmen. Sei es durch Verbote. Durch jemanden der uns vor uns selbst beschützt.

Wir sind unfähig. Wir brauchen jemanden der das benennt.

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