DIE EMPFINDSAME

Es heißt ja immer Männer seien das starke Geschlecht. Sie haben vermutlich mehr Muskeln und ihr Körperbau ermöglicht leichter sportliche Herausforderungen anzunehmen, als auch im Kampf zu überzeugen.

In den letzten Jahrzehnten kippte diese Aussage. Frauen bekommen Kinder und wenn sowas erstmal geschafft wurde, lacht es sich umso lauter über den sogenannten Männer-Schnupfen. Auch in der Bundeswehr finden sich immer mehr Frauen zur Verteidigung des Landes wieder und die typischen Männerberufe werden alle unterwandert.

Auffallend in meinen Kreisen aber immernoch: Frauen sind häufiger krank. Durch Überlastung oder hormonelle Probleme zum Beispiel. Sie sind im Schnitt für die Erziehung der Kinder zuständig und stecken sich daher mit allerhand Krankheiten an, von Scharlach bis Hand-Mund-Fuß. Sie sind schneller vom Burnout betroffen und klagen monatlich häufiger unter Migräne (PMS ist eine fiese Krankheit!).

Männer, ob bei mir im sozialen Beruf oder vorher im Büro, genau wie zu Studienzeiten, boxen sich entweder irgendwie durch („Männer kennen keinen Schmerz“) oder leisten sich einfach sehr viel seltener eine stressbedingte Kopfschmerzattacke oder einen fiesen Durchfall, weil sie in der Kita des Sprösslings das Treppengeländer angefasst haben.

Bei mir auf Arbeit halten sich die immerhin zehn Herren höchstens eine krankheitsbedingte Ruhephase, wenn das Kind fiebert. Ansteckung ausgeschlossen. Wenn meine Kinder krank sind, könnte ich mich sofort dazulegen. Dabei ernähre ich mich gesünder, bewege mich viel und regelmäßig und schlafe länger. Mein Immunsystem dankt es mir dennoch viel zu häufig mit Halsschmerzen oder Blasenentzündungen. Es ist ein Fluch.

Als wären die Periode oder die diversen beschwerlichen Bürden des alleinerziehend Seins noch nicht genug.

Und genau da mag der Hase im Pfeffer liegen. Wir Frauen kümmern uns in der Regel spätestens mit der Aufzucht der Kinder um Haushalt, Pflege und gehen zusätzlich arbeiten. Je weiter wir Richtung Osten schauen, umso wahrscheinlicher, dass Frauen und Mütter Vollzeit arbeiten und sich alleine um die Kinder kümmern. Keine Unterstützung, wenig Familienanschluss, alles auf ihrem Rücken, der irgendwann zu schmerzen anfängt.

Also liebe starke Männer. Wenn da so viel Energie und Kraft in euch steckt, nur zu! Nehmt uns doch etwas von der Last ab. Die Hälfte würde schon reichen.

Bitte. Danke!

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