WIEDERHOLUNGSTAT

In vielerlei Hinsicht sind wir uns treu. Zumindest bedienen wir bekannte Muster nur zu gern.

Ein Beispiel:

Ich date online und fluche über die Auswahl, die Männer, die schlechte Verabredung usw. Passiert mir das mehr als zweimal, könnte ich dem Ganzen absagen und gesund weiterleben, anderen Möglichkeiten eine Chance geben. Gehe ich inzwischen zum 45. Date und habe noch immer keine gute Meinung, mache ich etwas falsch. Nein, keine Schuldumkehr, sondern reine Tatsache: wer sich bei eigenem Unwohlsein ertappt und dennoch immer wieder genau darauf eingeht, hat es nicht verstanden. Hat sich nicht verstanden. Handelt immer wieder gegen sein Naturell und gegen jede Form der Selbstliebe.

Wer sich respektvoll behandeln möchte, hört auf sein Bauchgefühl und ignoriert es nicht ständig.

Diese Form des Masochismus, kann auch in bereits bestehenden Partnerschaften oder im Job um sich greifen.

Es gibt Menschen, die halten giftige Beziehungen länger aus als nötig. Unnötig werden sie, wenn bereits nach kurzer Zeit alles zwickt und drückt. Ist das Ganze noch unklar, bleibt man dran, bis man Sicherheit hat. Wird man geschlagen oder immer wieder bloßgestellt, gibt es im Grunde kein Aber oder Dafür.

Natürlich, mag man denken: so einfach ist das nicht.

Und ja, Menschen sind komplex. Das ganze Leben ist komplex. Niemand weiß genau wie und die Möglichkeiten sind schier unbegrenzt. Wer sich da so befriedigt wie möglich durchbringen kann, ist gesegnet (und eine Seltenheit).

Dennoch, viel zu häufig treffe ich auf den Typ WiederholungstäterIn. Menschen die sich nicht zu gut sind, immer wieder in die gleichen Fallen zu tappen und viel zu oft kompromisslos agieren.

Wer beispielsweise mehrfach etwas von sich preisgegeben hat, die Folgen aber spürbar negativ waren, könnte sich entschließen von nun an diskreter, vor allem aber auch selbstgeschützter zu handeln. Sich bewusst zu machen, die eigene Haltung muss nicht für jeden passen und nicht jeder ist Freund und wohlgesonnen. Natürlich, wieso sich selbst anpassen oder ändern? Warum nicht an das Gute glauben? Ja, warum nicht?

Weil das Leben nicht immer nur Gutes bereithalten wird und man erst abschätzen kann, wer welche Gefahren mit sich bringt und wo Vertrauen verdient ist.

Wenn wir eine Probezeit überstehen und uns wohl fühlen, bleiben wir. Werden wir krank und mühen uns zur Arbeit, werden wir wohl unter Einbezug aller Faktoren und Risiken gehen. Wenn uns jemand oder etwas immer wieder stresst, warum bleiben wir? Haben wir als Kind gelernt durchzuhalten? Sind wir noch Kinder? Wer bringt uns in diese Abhängigkeit? Gefällt sie uns? Ist es etwas gewohntes und dadurch für uns gut auszuhalten? Fragen über Fragen. Wer sich diesen nicht stellt, könnte sich immer wieder im Strudel befinden. Wer sich irgendwann wundert, wieso das Lebensgefühl oft negativ statt positiv ist, sollte sich hinterfragen.

Es gibt nicht die eine Wahrheit, aber wer sich kennenlernen will, muss sich zuhören und beobachten.

Werde dein eigener Experte. Deine eigene Expertin.

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