JAHRESTAGE

In wenigen Wochen haben wir ein Jahr Du und Ich hinter uns. Ein Jahr ist verdammt schnell vergangen und all die Beziehungsexperten da draußen werden gerade müde lächeln, aber wie sich sicher noch alle erinnern werden, ist der erste Jahrestag magisch.

Im ersten Jahr, wird viel gelacht, so man sich wirklich gut versteht und miteinander schwingt.

Im ersten Jahr, wird versucht jede freie Minute mit dem anderen zu verbringen. Insbesondere in den ersten Wochen. Insbesondere im Bett.

Im ersten Jahr,lernt man sich kennen, durch eine rosa Brille, die man ganz langsam absetzt und wenn es gelingt, oft genug wieder auf.

Im ersten Jahr, lernt man einander zu vertrauen. Dazu gehört, viel zu reden. Anfangs die Nächte hindurch. Später auch mal lauter, ab und an wütend, hoffentlich versöhnlich.

Im ersten Jahr, stellt man sich alles und nichts mit dem anderen vor. Einige Paare pflanzen sich schon unverhofft früh fort. Manche verloben sich blitzschnelle und die ganz Mutigen ziehen zusammen.

Wir sind nicht so ein Paar.

Wir sind das Paar, welches sich darüber freut getrennt zu wohnen, weil Zusammenkommen wie Urlaub ist. Die Wohnung des/der anderen.

Wir sind auch nicht sehr ambitioniert uns jeden Tag zu sehen. Stattdessen sind dazwischen gut und gerne Tage und Nächte, in denen jeder seinen Kram macht. Du musst viel reisen und ich habe die Kinder. Wir treffen uns dann in der Mitte und freuen uns wie Teenager aufeinander.

Wir sprechen manchmal liebestrunken und weinbeschwipst von Heirat und all dem Tamtam. Genauso schnell wie die Ideen uns durchzucken, verlassen sie uns wieder.

Der Alltag hat uns schon einmal auseinander getrieben. Du wolltest weg und ich ließ sich gehen. Bereits nach einem Tag warst du unruhig und nach einer Woche wieder bei uns.

Auf Fotos lachen wir. Hinter der Kamera noch viel stärker. Uns verbindet das Lachen. Uns verbindet aber noch stärker die Kommunikation.

Zu unserem ersten Date wurde so viel gelabert, nach einem Monat litten wir ständig unter Migräne. Zu viel. Sehr viel mehr sollte kommen und sich unsere Köpfe an das Pensum gewöhnen.

An manchen Tagen staune ich nachträglich, wie du es geschafft hast meine Kinder für dich zu gewinnen. Im wahrsten Sinne spielend. Ihr beim Lego aufbauen, du trägst sie durch die Stadt und tobst mit ihnen rum. Wenn ich dann aber sehe wie herzlich du auch im Umgang mit meiner Familie bist und das all meine Freundinnen sofort begeistert waren, wundert mich eigentlich doch gar nichts. Es ist wie es ist, du bist ein Guter.

Für mich. Für uns. Wie ich. Wie wir. Es passt und soll noch lange halten.

Jahrestage sind schön, weil man sich erinnert und zurückblickt, gleichzeitig Pläne schmiedet und alles auf sich einprasseln lässt. Ganz unwissend und naiv. Ganz liebend und voller Vorfreude.

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