DARF ICH?

Sein so wie ich bin und wenn ja, wie bin ich denn?

Mancher Mann wird sich fragen, ob er denn tatsächlich nicht zu vielen Ansprüchen genügen muss. Im Beruf, auf der Straße, in einer Beziehung. Mancher Mann sitzt sicher auch mal zu Hause oder auf dem Klo und denkt darüber nach, wie er es besser machen könnte. Mancher Mann schaut sicher in den Spiegel und überlegt angestrengt, ob das T-Shirt ihn dick aussehen lässt oder er darin heute ggf. sexuell belästigt wird. Er wird sich fragen, ob er abends noch eine Wäsche wäscht oder lieber kurz bevor er die Kids zur Kita fährt.

In der Realität und breiten Masse, trifft all das nicht auf manchen Mann, sondern jede Frau zu. Sie grübeln, kalkulieren, probieren und strengen sich an. Arbeit und Kinder unter einen Hut? Kein Problem. Den eigenen Körper trimmen, perfektionieren oder wenigsten kaschieren, klaro. Sich in einer Gesellschaft so bewegen, dass der Spagat zwischen Auffallen und unsichtbar Werden gelingt, bitte gerne.

Wenn Männer von heute in eine Beziehung gehen, versprechen sie der Angebeteten alles und nichts. Gerade so viel, um etwas zu bewirken, aber mit einer Hintertür so groß wie ein Scheunentor. Und wenn die Dame ihrer Wahl angebissen hat, gehen die Forderungen los.

Lass mich sein so wie ich bin. Ich mag drei Stunden me time pro Tag, zwei freie Wochenenden im Monat, abends Fußball schauen oder Videospiele zocken, mich mit Freunden und Frauen treffen, Sex haben wann immer mir danach ist, mit einer rasierten Frau oder vintage, falls es mir gefällt und bitte trag auch an kalten Tagen den Minirock. Aber hey, Kinder kann ich auch noch mit 60 bekommen, denn mein Sperma ist Goldstaub und meine Falten ziehen noch bei Mädchen um die 19.

Frauen können sich glücklich schätzen, wenn unter dem Anforderungskatalog für Fortgeschrittene noch Platz für ihre Wünsche und Bedürfnisse bleibt. Warum sie sich das überhaupt an tun? Na weil’s so beigebracht wurde.

Als wir mit 16 einfach kein geeignetes Material zum knutschen und quatschen fanden, griffen wir auf die Jungs der Uni zurück. Sie wirkten reif und erfahren. Was wir nicht merkten: keine Frau um die 20 sah das ähnlich. Die hingegen orientierten sich nach oben zu Männern Ende zwanzig oder älter und die mussten das Gefühl haben, ihnen stünde die Welt der Jugend offen. Nee meine Herren, weil ihr später dran seid, eure Mutter euch einfach zu spät aus dem Nest geschubst hat und ihr gar nicht wisst wie es ist mir einer gleichaltrigen Dame zu kommunizieren, wird sich nach unten umgesehen. Das ist erstmal auch okay und für beide Parteien eine win-win-Situation, aber im Grunde auch ein Armutszeugnis.

Während Frauen im Schnitt früher das Elternhaus verlassen und heute mindestens genauso leicht Löcher bohren, Waschmaschinen anschließen und Geld verdienen können, sind Männer ewige Studenten, unfertige Wesen, die auch nicht vor haben erwachsen zu werden.

Hey Mädels, das Leben ist kurz. Richtig. Und es wird kürzer auf unsere Kosten. Wenn ich mir mit 30 einen Mann suchen muss der 45 ist, weil der eventuell etwas ruhiger, entspannter und ggf. angekommen ist, habe ich vermutlich das große Pech, dass aus irgendeinem Grund auch bei dem was nicht gerade lief. Vielleicht schon dreimal verheiratet und fünf Kinder? Vielleicht schon zehn Hamster vor mir gedatet? Vielleicht auch einfach ein Zufall, dass ich auch nur für ein Jahr seine Wohnung ziere.

Es wäre so wichtig sich auf Augenhöhe zu befinden und Augenhöhe bedeutet nicht, dem Mann an seiner Seite eine gute Freundin und Frau zu sein, sondern beiderseits gehört, gewollt und verstanden zu werden. So. Wie. Man. Ist.

Und nicht so wie Mann ist.

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