MEDIATORIN AUS DER HÖLLE

Gestern habe ich mich freigekauft. Vom Kindsvater und seinen absurden Spielchen. In der Beziehung haben wir unter ihm gelitten und nach der Trennung vor bald zwei Jahren hörte es nicht auf. Im Wellen schwappt sein Groll über uns und das Damoklesschwert hängt mir bedrohlich tief. Wenn es nicht der Unterhalt ist, den er nicht zahlen möchte, dann ist es was anderes. Er zahlt mir jede Stimmung heim und begründet Ausbrüche mit schlechtem Stil seinerseits. Mehr nicht.

Gestern hatten wir den zweiten Termin bei derselben Mediatorin, innerhalb von eineinhalb Jahren. Schon damals war sie nicht sonderlich sympathisch, was aber auch nicht ihre Aufgabe sein muss. Als sie sich krankmelden ließ, hörten wir nie wieder etwas von ihr, bis ich vor einem Monat nochmals die Reißleine zog und mich gegen den Expartner begann zu wehren.

Er hatte mir oft weh getan und diesmal versucht über die Kinder zuzuschlagen. Das Kryptonit einer jeden liebenden Mama. Und ich reagierte mit wie ich fand deutlicher Professionalität. Als sei es ein Job. Amt eingeschaltet, ihn informiert, um Mediationstermin gebeten und die Kommunikation beschränkt auf ein Minimum.

Gestern dann der Termin. Ein furchtbarer Akt. Schon vorher war ich wochenlang nervös. Ich hatte mich vorbereitet. Emotionen raus, Bedürfnisse aufgeschrieben, Vorwürfe weglassen und klar benennen was ich mir für die Zukunft unseres Kindes wünsche.

Nachdem ich drei Minuten gesprochen hatte, durfte auch er sich Zeit nehmen etwas zu sagen. Was er von all meinen Ideen hielte und wieso er heute hier sei? Er stammelte, fiel halb in sich zusammen und wirkte verloren. Also alles wie immer.

Für sie eine Verdeutlichung seiner Position. Er war das Opfer und ich die Böse. Egal wie ruhig ich blieb, fokussiert auf das Thema und mich von seinen Emotionen nicht versuchte einlullen zu lassen, es half nichts.

Hier war schnell klar, Klarheit kommt nicht an. Meine Wünsche wurden schnell beiseite geschoben und ganze Sätze aus dem Zusammenhang falsch übermittelt. Mir wurde das Wasser abgegraben, von jemandem der hätte völlig unparteiisch beide Positionen zusammenbringen sollen.

Am Ende sagte ich erschöpft (diejenige die mit zwei Kindern, einem Einkommen, trotz Studium und Vollzeitjobs alles alleine gibt und leistet), ich würde auf den Unterhalt verzichten. Verzichten, damit ich endlich meine Ruhe hätte.

Wieder stammelte er. Er druckste. Er wusste, diese Macht aufzugeben, würde ihn mehr kosten, als den Unterhalt zu zahlen. Schließlich willigte er nach fünf eisernen Schweigeminuten ein. Ich war zumindest auf dem Papier frei.

Ab Januar wird meine Miete erhöht. Ich werde nicht automatisch mehr Geld verdienen. Aber ich habe meine Freiheit – so meine naive Hoffnung.

Diese Frau dort hat nichts für mich getan. Sie hat nichts für meine Kinder getan. Sie war unfähig und anmaßend. Sie und viele andere Menschen sehen nicht, warum Arbeit und Familienleben an Frauen hängen bleiben, während Hohn und Spott zusätzlich an ihnen haften. Es ist eine doppelte Strafe. Aberkennung der Leistung. Lebensleistung. Rücksichtnahme an falscher Stelle.

Mein Höhepunkt war, dass sie ihm ohne mein Wissen vorab einen Einzeltermin angeboten hatte. Sie nannte ihn im Telefonat zweimal meinen Mann. Ein Titel den er nie inne hatte und auch nicht verdient. Sie war rücksichtslos und die Situation würdelos. Ich habe sie gemeldet und weitere Termine gestrichen.

Ich bin nicht schwach, auch wenn man mich hiermit kurzzeitig geschwächt hat. Für mich und meine Kinder.

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