TUE GUTES UND ERZÄHLE ES ÜBERALL RUM

Wer heutzutage Spenden möchte oder sein Engagement unter Beweis stellen, kann das eigentlich ganz simpel und niederschwellig tun. Krankenhäuser, Altenheime, Schulen und Kitas usw. freuen sich über Spenden und Unterstützung. Wer unsicher ist, ob die Hilfe gebraucht wird oder die Spende tatsächlich einen Abnehmer findet, kann eine Email schreiben oder kurz durchrufen. Selten wird man abgewiesen, es sei denn die Spenden entpuppen sich als Ramsch, den man zu bequem ist selbst zu entsorgen. So beispielsweise vor Jahren geschehen, als Spenden für Flüchtlinge gesammelt wurden. So absurde Ideen, wie seine Dessous kostenlos abzugeben, kamen leider nicht selten auf.

Nun gut, aber was, wenn man eigentlich nicht spendet, um anderen etwas Gutes zu tun? Was, wenn man einfach in der Außenwirkung aufsteigen möchte? Also wieder so eine Ego-Sache?

Dann wird es unangenehm und kaum einem fällt es auf.

Da werden breit angelegte Aufrufe unter die TwitternutzerInnen gestreut:“Kennt wer eine Organisation, die meine tausend Bücher/Schuhe/linken Socken gebrauchen kann?“ und alle klatschen Beifall.

Da wird erwähnt, man suche ja jetzt noch ein cooles Ehrenamt, neben dem Job, um etwas zurückzugeben. Ja klar, aber warum muss Twitter dafür herhalten oder ein Instagrampost?

Geht es darum, auch andere dafür zu begeistern oder geht es darum andere für sich zu entflammen?

In der Regel steht selten jemand auf und sagt „Ich habe fünf Jahre ehrenamtlich im Altersheim geholfen!“ Die Unterstützung hat eher sowas wie mit Spenden für Jugendliche, Vereine oder Katzenbabys zu tun. Und das ist auch alles gut und wichtig. Es gibt nicht die bessere oder das schlechtere Engagement. Es gibt aber das medienwirksame und auch, na sagen wir, leichtere Hilfsangebot. Alten Leuten im Heim die Schnabeltasse zu reichen, ist weniger sexy. Ich weiß es, denn ich arbeite schon lange mit älteren Menschen ehrenamtlich (haha).

Was ich auf Sommerfesten und in Fortbildungen beobachten konnte, ist der Mangel an Nachwuchs. Es sind insbesondere RentnerInnen, die sich verpflichtet fühlen etwas zurückzugeben. Sie lesen vor, gehen spazieren, helfen bei der Pflege usw.

Sie sind es auch, die ihr Engagement weder vorher noch hinterher twittern müssen oder medienwirksam streuen. Sie melden sich nicht anschließend zu einem thematisch passenden Podcast an oder führen ein Interview. Sie erzählen zu Hause am Abendbrotstisch dann davon, gewiss…aber sicher nicht um sich hervorzutun.

Vielleicht ist das natürlich Quatsch.

Wohlmöglich würden sie es machen, wenn sie die Möglichkeiten kennen und nutzen würden.

Und ja, ich befürworte jede Hilfe. Besser eine lautstarke Spendensammelaktion, nach der sich dreihundert Leute via Twitter auf die Schulter klopfen können, als gar keine Aktion. Einen gewissen Beigeschmack hat es dennoch…

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