ICH BITTE UM AUFMERKSAMKEIT! LASSEN SIE MICH ABER IN RUHE!

Dieser kaum bemerkbare Widerspruch enthüllt sich gerne immer wieder bei sogenannten Influencern oder Menschen von Interesse aus dem Internet.

Nie haben wir mehr über uns preisgegeben, als heute. Twitter, Tinder, Facebook, Instagram und Snapchat verlocken und verführen uns dazu alles über unser Leben zu teilen, was uns teilenswert erscheint.

Manche weniger, viele mehr.

Und während jemand seine Beine in der Badewanne räkelt oder ein Foto seiner Kinder hochlädt, dabei nicht ahnend, dass nicht jede Aufmerksamkeit den erreicht, den es erreichen sollte, wird hastig nachgelegt:“Mir ist das und das passiert und ich finde Leute können mich mal schön in Ruhe lassen!“.

Haben die Reaktionen auf Fotos und Texte online gefälligst genau das zum Ziel: Aufmerksamkeit, lehnt man diese auf der Straße, also in der Realität gerne ab. Und werden die Fragen zu privat, auf der Straße sind sie bisweilen sogar unangemessen. Denn mein Gegenüber könnte mir weh tun, mich kränken oder schlagfertiger sein als ich. Mein Gegenüber könnte sagen „Netter Rock, aber deine Beine gehen gar nicht.“-was Scheiße ist, aber auf Fotos und Videos, da hat man sich vorher so lange ausgeleuchtet und bearbeitet, bis kein Makel sichtbar bleibt.

Und während man in der Realität jeden Pups seines Kindes, der Erziehung, seiner Realität ausbreitet (meist ohne das Kind zu fragen), will man auf der Straße nicht angesprochen geschweige angesehen werden. „Lasst das!“,zischt es dann.

Und auch das ist okay. Es wirft nur Fragen auf.

Ist mir Aufmerksamkeit wichtig oder macht die mir Angst?

Ist das die Büchse der Pandora?

Habe ich es mir ausgesucht oder überfällt und überfordert es mich?

Klar, was ich schreibe, gebe ich frei, sobald ich auf senden drücke. Sobald ich die Straße betrete, trete ich aber auch in Kontakt mit meinen Mitmenschen.

Einige werden an mir vorbeilaufen und andere kurz schauen. Manche werden mich ansprechen und viele stumm ignorieren.

Aber warum tut es mir online so gut und draußen erschüttert es mich?

Wer sich online über jede noch so kleine Aufmerksamkeit freut und in der Realität daran kaputt geht, muss sich ernsthaft fragen wieso. Und wer nicht begreift, dass Menschen immer um uns herum Fragen stellen, Blicke senden und Meinungen bilden, auch nicht.

Es bleibt eine offene Welt. On oder Off.

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