WER BRAUCHT HIER EIGENTLICH WEN?

Eltern vermitteln manchmal den Eindruck, als könne ihr Kind nicht einen Schritt ohne sie existieren. Ja richtig, ihre Existenz verdanken sie Mama und Papa, aber je älter sie werden, umso autonomer und selbstwirksamer sollten sie doch werden dürfen.

Eltern die ihre Kinder an der kurzen Leine halten, geben vor, ihr Kind sei ohne sie schutzlos, überfordert und sogar einsam. „Er hat nur noch mich!“,ist ein Satz, den ich ab und an bei Alleinerziehenden höre. Auch Menschen die Kinder mit Beeinträchtigungen haben, greifen auf diese Schutzbehauptung zurück.

Für sie ist die Welt ein gefährlicher Ort, an dem ihre Kinder von vorneherein ohne sie zum scheitern verurteilt sieht.

Wer aber Scheitern als etwas endgültiges und unveränderbar begreift, kann das Entwicklungspotential seiner Kinder nicht begreifen.

Sie sind eigenständige Wesen, Menschen und nichts anderes als Erwachsene mit weniger Erfahrungen und zugegebenermaßen anderer Körpergröße.

Ein Kind möchte die Welt sehen und alleine kennenlernen. Es möchte dabei Vertrauen haben. Von den Eltern. Es möchte zurücksehen, in die Augen der Eltern, erkennen daß es immer zurück kann, wenn es stolpert, aber jeden Schritt alleine erproben darf.

Unsere Kinder sind keine Vogeljungen die wir aus dem Nest werfen. Sie müssen niemals lernen zu fliegen und sich dann für immer von uns lösen. Sie lernen viel mehr als das. Zurückkommen, wann immer sie uns wünschen und tatsächlich zu uns zurück wollen.

Wer Kinder aber in die Abhängigkeit treibt oder sie glauben lässt ohne Mama und Papa seien sie amputierte Wesen ohne eigenen Verstand und eigene Wirkung, kann kein guter Elternteil sein.

Unsere Kinder sind nicht unsere PartnerInnen, unsere Spielzeuge oder besten Freunde. Idealerweise wissen Eltern dies.

Wir bekommen Kinder aus den unterschiedlichsten Gründen, aber niemals, weil wir einsam sind und gedenken dieses Loch zu füllen.

Wir sind keine Eltern, damit unser Leben einen Sinn hat und ohne unsere Kinder plötzlich alleine auf dieser Erde.

Kinder sind uns nichts schuldig und erfüllen uns nicht, weil sie es müssen.

Kappt die Leinen, setzt die Segel, Kinder! Auf in eure Selbstständigkeit! Wir sind für euch da, nicht wegen euch.

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