DISKRIMINIERE MICH

Diskriminierung ist Scheiße. Da sind sich soweit erstmal viele einig. Was aber unterm Radar durchfällt, ist die sehr häufige, aber eben auch akzeptierte Form der Diskriminierung, nämlich die von Kindern und Jugendlichen.

Sie hören von klein auf Sätze wie „Dafür bist du noch zu jung/zu klein.“ und müssen damit leben, weder heute noch morgen den hohen Ansprüchen der Gesellschaft gerecht zu werden, in dem sie einfach so sind wie sie eben sind.

Ja, Kinder haben andere und im Regelfall weniger Erfahrungen als Erwachsene gesammelt. Aber da steckt es doch schon: sammeln. Erwachsene wurden nicht plötzlich mir Erfahrung gesegnet. Es flog ihnen nichts zu und niemand gab ihnen ein schlaues Buch mit der Aufschrift „Deine Erfahrungen hier und jetzt“. Sie mussten dafür lernen, arbeiten, erfahren.

Kindern aber eigene Gefühle abzusprechen, ihnen aufzuzwingen was sie vielleicht wirklich ganz und gar nicht wollen, ist eine schmerzhafte, von Generation zu Generation vererbte Diskriminierung und Kleinhaltung.

Es passiert überall und täglich. Kein Kind ist sicher. Kein Erwachsener ist sensibilisiert genug. Ein Kind ist eben nur ein Kind. Oder? Das Produkt meines good will. So wie ich es erziehe, wird es geraten.

Natürlich fragt niemand ein Baby welche Kleidung es tragen möchte und erst recht nicht, für welches Geschlecht es sich entscheiden wird, so es darauf je Wert legt. Es fragt auch niemand, ob private Infos auf Bloggs oder Instagramkanälen gestreut werden dürfen oder ob der neue Partner sich nachts in die Wohnung schleichen soll oder eben direkt vorstellt. Kinder laufen so eben mit.

Irgendwann hat man sich bewusst oder nicht dafür entschieden ein Kind zu bekommen und es zu begleiten. Ein Stück. Die Zeit der Kindheit ist begrenzt.

Und obwohl diese Zeit so kurz ist, nehmen wir Erwachsene uns raus, sie so maßgeblich zu bestimmen und zu beeinflussen. Wir sind die Starken.

Na, ist das nicht die Form von Diskriminierung die aus kleingehaltenen Kindern später tyrannische Erwachsene werden lässt? Die anderen gegenüber Intoleranz leben, weil sie sich selbst nicht verwirklichen konnten. Die Gewalt normal finden, auch ausgelebt am eigenen Fleisch und Blut. Die später nicht wissen wie man Werte lebt, wenn es keine gab, abgesehen davon alles richtig zu machen und brav und geduldig auf Anweisungen zu warten.

Gegen den Gehorsam, Kinder!

Ihr seid Menschen. Wir wissen das.

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