PMS – SOS – WER KANN SICH SCHON ENTSCHEIDEN?

Auch ich gehöre zu den Frauen die unter PMS leiden. Ich meine es ernst! Ich leide!

Wir reden hier nicht von kleinen Schwankungen in der Stimmung oder ein bisschen Ziehen im Lendenbereich.

Es geht hier um eine ernstzunehmende, richtig beschissene Störung meines Hormonhaushalts, in Folge dessen ich unter Migräne, Depression, Müdigkeit, Nervenschmerzen, Wassereinlagerungen und übersteigerter Esslust leide.

Alle paar Wochen wiederholt sich das in mehr oder weniger starker Ausprägung und ich gehöre damit zu den Frauen, die sich gerade zu nach der erlösenden Periode sehnen.

Seit der Geburt meines zweiten Kindes, hat sich nochmal alles verstärkt. Mir wachsen Haare wo vorher keine waren, mir tun die Brüste und der Bauch häufig weh, als sei ich wieder schwanger.

Am schlimmsten empfinde ich aber diese Reizbarkeit. Ich bin ungeduldig, wütend und launisch. Am liebsten würde ich einfach schlafen und essen. Am allerliebsten hätte ich aber meine Ruhe.

Sobald die Blutung einsetzt, ist alles wie vergessen. Ich strahle wieder, mein Hautbild verfeinert sich und die große Appetitlosigkeit setzt ein. Sport macht wieder Spaß und meine Mitmenschen bekommen mich in Höchstform zu sehen: fit, fröhlich und clever. Während PMS bin ich alles andere als das. Ich trottele so vor mich hin. Meine Kolleginnen fragen häufig, ob ich krank bin. „Nee, nur PMS.“,sage ich dann schuldbewusst. Ist ja kein Weltuntergang.

Fühlt sich aber manches Mal so an.

Ich stand schon gefühlt ein halbes Leben kurz vor dem Burnout und hatte depressive Episoden. Da ich beides aber auch tatsächlich schon hatte, weiß ich, wie beschissen nahe PMS an einer psychischen Erkrankung liegt. Frauen die sich anhören müssen „Hast wohl deine Periode?“,kennen das Gefühl. Es nimmt uns nur kaum jemand ab.

Weder Psychologen noch Frauenärzte empfinden das Problem so sehr nach, wie beide Zünfte es bräuchten. Beide müssten mehr Forschergeist entwickeln, bei der Bekämpfung und Entstigmatisierung. Menschen die an PMS leiden, sind teilweise nicht arbeitsfähig, können ihre Kontakte schlechter pflegen und ihre Kinder teilweise kaum versorgen. Warum also nicht anpacken und etwas wirklich Hilfreiches entwickeln?

PMS braucht ein Sprachrohr. PMS kann mich mal!

(geschrieben unter der Einfluss von PMS)

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s