MÜSSEN MÜSSEN

Ich habe mir viele Texte zu Alleinerziehenden, Eltern, Feministinnen und Gesellschaft durchgelesen. Arno Gruen und Alice Miller waren meine BegleiterInnen auf meinem Weg. Ich habe Kurse besucht mit dem Namen „Diversität und Inklusion“ und auf Twitter hitzige Debatten verfolgt. Müde löschte ich meinen Account, legte die Bücher erst einmal ins Regal und versuchte meinen Partner ausreden zu lassen. Wir hatten uns die letzten Wochen voneinander entfernt, weil ich es nicht schaffte den Kreisel zu verlassen: „Reflexion“. Alles drehte sich um alles. „Was kaufe ich noch ein? Und wo?“, „Kann man das noch so und so sagen? Bin ich achtsam genug?“, „Ärgere ich mich über dich/mich/andere oder lasse ich den Prozess den ich vollziehe auch andere in ihrem Tempo vollziehen?“.

Es war schwer für mich, mich nicht zu verlieren in all dem Denken, Handeln es besser machen zu wollen. Ich scheitere noch ganz oft an mir und den Ansprüchen. Denen der anderen und natürlich den eigenen. Manches scheint ein Widerspruch zu sein und anderes lässt sich schnell ergründen.

„Verhalte dich nicht wie ein Arschloch!“ ist jetzt meine Devise.

Ich muss gar nichts. Ich muss in erster Linie nur dafür sorgen niemandem, auch nicht mir, zu schaden. Und tue ich es doch, versuchen es beim nächsten Mal besser zu machen oder zu meinem Fehler zu stehen. Grausam eine Welt ohne diese Fähigkeiten und grausam eine Welt, die mit Argusaugen auf die Fehler anderer schielt und sie nicht für selbstverständlich hält.

Mensch.

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