UNSERE SCHÄRFSTEN KRITIKERINNEN

Hervorgehoben

Neulich habe ich einen Text zum Thema Vereinbarkeit von Beruf und Familie gelesen. Inzwischen werden diese immer kritischer und entlarven was wirklich schief läuft in einer Gesellschaft zwischen Leistungsdruck und Überlebenskampf. Ich erwischte mich dabei, wie ich die Worte der Texterin anzuzweifeln begann. Sie war Journalistin und Alleinerziehende. Mitten in der Arbeit, kam der uns allen bekannten und verhasste Anruf „Kind abholen“. Sie fuhr dann mit dem Taxi los und konnte auch drei Tage später ihre Deadline für eine Abgabe nicht einhalten. Innerlich rührte sich etwas in mir. Würde mein Chef verstehen, wieso ich drei Tage einfach nicht zur Arbeit kam? Würde ich mir ein Taxi leisten (können), wenn mein Kind aus Kita oder Schule abgeholt werden müsste? In beiden Fällen ein eindeutiges Nein.

Doch dann fragte ich mich, wieso ich mich über eine andere Person stelle, denke sie sei ja noch gut bei weggekommen. Ist sie nicht. Sie ist frustriert, verängstigt, gestresst und genervt wie ich. Sie ist ratlos und suchte ein Ventil. Für sie ist dieser Spagat genauso spürbar wie für mich, ob mit Haushaltshilfe oder ohne. Und ich wette selbst mit Partner oder einem Netzwerk aus Freunden und Familie, hätte jemand da draußen einen Grund zu klagen, weil es schwer sein kann und weil nichts so viel Flexibilität fordert, wie Beruf und Familie zugleich zu meistern.

Die Kritikerin in mir, wusste um meinen Tagesablauf. Ich wusste wann ich aufstehen muss und mich endlich wieder hinlegen darf. Ich wusste aber gar nichts von ihr da draußen. Ihre Sorgen und Ängste sind nicht kleiner und nicht deutlich anders. Sie ist ich. Ich bin sie. Ich wünsche ihr Kraft und Lebensfreude genug, um sich immer wieder aus ihrer stressigen Situation befreien zu können. Ich wünsche ihr nur das Beste. Ob im Bus oder im Taxi sitzend.

FREUNDSCHAFT ODER WAS WIR DARUNTER ZU VERSTEHEN GLAUBEN

Seit wir uns auf Onlineportalen wie Facebook und Twitter rumdrücken, haben wir den Begriff Freundschaft für uns ganz neu definiert. Bereits Studivz.-NutzerInnen konnten sich Freundschaften per Mausklick bestätigen lassen und sie genau so schnell wieder beenden. Teilweise türmten die SammlerInnen unter uns ganze Berge vermeintlicher Freunde und Freundinnen. Viele davon waren uns vielleicht erst einmal begegnet, auf einer Tanzfläche im Berghain oder im Italien-Urlaub am Grillstand.

Wenn wir ehrlich zu uns sind, ist der Beigeschmack den diese sogenannten Freundschaften hinterlassen müssten, mit den Jahren und der Gewohnheit abhanden gekommen. Einst schmunzelte man über 400 Freunde, heute gelten die FolloweInnen als Statussymbol, noch vor Job oder Automarke.

Wer da tatsächlich noch echte Freundinnen unter den kaum tatsächlich bekannten Gesichtern findet, kann sich glücklich schätzen. Oder schämen. Denn mal ehrlich, wer schickt seinen Freunden und Familie regelmäßig einen Abriss über das Tagesgeschehen, teilt Gedanken und Gefühle und lässt sich dazu hinreißen sämtliche Garderobe als OOTD per WhatsApp weiterzuleiten? Eben. Sowas geht eigentlich nur mit Fremden.

Freunde und Familie würden vermutlich anfangs staunen, sich über die Aufmerksamkeit freuen und nach und nach genervt die Sinnhaftigkeit in Frage stellen. Fremde tun das nicht. Denn wer sich einst nach nur einem Glas Wein dazu entschlossen hatte Kontaktdaten auszutauschen, ward sich der Gefahr bewusst die online lauert: der medialen Ausschlachtung des Privatlebens bis zum Umkippen.

Während also echte Sammler und wahre InfluencerInnen nach und nach den Überblick verlieren dürften, wer da noch zu den Freundinnen aus Realität und Alltag gehört, halten die anderen ihren wenigen tatsächlichen Freundschaften die Treue.

Das hier wohlmöglich aufkeimende Problem ist nämlich, dass echte Freundschaften das Bedürfnis nach Nähe verlieren, wenn sie im andauernden Austausch hören, lesen und sehen was das Gegenüber so zu bieten hat. Die Geheimnisse, die Gemeinsamkeiten, werden einfach jedem zuteil und so verschwindet das magische Band einer Besonderheit.

Menschen die im realen, nichtvirtuellen Leben, viele Freundschaften pflegen, scheinen online ein gutes Gespür für Selektion zu haben. Sie wissen sowohl wie viel und wie häufig sie Informationen teilen, als auch die Menge ihrer Kontakte überschaubar zu halten.

Menschen die wenig tatsächliche Freundschaften aus Fleisch und Blut pflegen, haben vielleicht keine Ahnung wie es sich im Alltag ohne Smartphone und Internet sozial lebt. Ihr Sozialleben speist sich aus dem, was online Aufmerksamkeit beschert. Freundinnen die abends auf ein Bier vorbeikommen oder die am Wochenende feiern, Sport treiben oder mit ins Museum gehen, bleiben aus. Eine Onlinefreundschaft scheint da heilsam. Raus aus der Einsamkeit.

Es wäre spannend was zuerst da war. Huhn oder Ei? Einsamkeit vor oder nach der Dauernutzung des Internets?

DIE SCHWEBENDE KUH

Ich habe noch nie in meinem Leben Yoga praktiziert.

Was für ein Schock, aber jetzt ist es raus! Während all meine Freundinnen mehr oder minder für ihre tägliche Dosis Entspannung und Sport brennen, bleibe ich kühl. Yoga hat mich nie erwärmt.

In Berlin gehört es ja fast schon zum guten Ton, eine Yoga-Ausbildung zu absolvieren, sich danach neben dem stressigen Bürojob und der Aufzucht des Nachwuchses, des Ausgleichs wegen, bei einem Matcha Latte zu verrenken. Früher eine Spezialität aus Asien, heute europäische Hochkultur. Während ich jedesmal Rätsel rate, ob Yoga oder Joga, purzeln über meine Timeline drei Frauen in knappen Outfits und einer Figur wie eine Gazelle. Ich alte Kuh mühe mich abends mit Hanteln und bei Rumpfbeugen ab.

Bei Yoga scheint die Freundschaft auch gleich zu Chia Pudding und veganem Essen zu wachsen. Wer seinen Körper als Tempel begreift, betet ihn eben an. Stellt sich eine Klangschale, ach Verzeihung Schüssel, irgendeiner Soße vor die Nase und meditiert mit jedem Bissen den Stress weg.

Ich esse noch immer am liebsten Milchkaffee zum Frühstück. Manchmal ohne Schaum und oft ohne schlechtes Gewissen, während die Kinder Obst und Stulle bekommen. Überhaupt verbietet mir mein Gewissen nur dann etwas, wenn ich im Vergleich zu meiner Heilpraktiker-Freundin links und meiner Mediatorennachbarin rechts abstinke, in meinem normalen Job und normalen Leben. Dann schmeiße ich in den Joghurt etwas Obst und nenne das garniert mit Leinsamen Lifestyle.

Es ist praktisch egal, ob wir uns anderer Kulturen bedienen und teilweise bis zur Ohnmacht anderen die Nahrungsgrundlage nehmen. Es ist egal woher unser importiertes Zeug kommt, Hauptsache endlich da. Es ist egal welchen Nutzen all die Askese hat, solange sie uns schlank und fit aussehen lässt. Wenn alles sowieso schon egal ist, können wir es auch munter weiter betreiben. Kost aus dem Bioladen, extra eingeflogen: Umweltbilanz für den Arsch.

Selten haben wir uns so viele Gedanken über das woher, warum und wofür gemacht. Selten kam dabei etwas tatsächlich vernünftiges heraus.

Wir sind gestresst, also ziehen wir Konsequenzen. Oft lächerlich falsche.

Wir wollen die Welt verändern, aber eigentlich nur für uns. Vor der eigenen Haustür soll es sauber oder inzwischen clean sein.

Wir betreiben Körperkult, weil unsere eigene Kultur uns abhanden kam. Was bedeutet heute noch deutsch zu sein? Wer etwas auf sich hält, erwähnt seine Herkunft höchstens mit einer Portion Selbsthass und Verbesserungsbeschwörungen.

Sind wir so gestresst, weil wir in allen Disziplinen versuchen die Besten zu sein? Fleiß wurde uns ja schon immer nachgesagt. Jetzt auch wieder Perfektion? Erinnert mich an eine Zeit, in der es darum ging mit seinem ach so perfekten und gestählten Körper Nachwuchs für das Volk zu zeugen.

Klar, wer perfekt ist, ist unangreifbar. Aber wie spannend wäre es, weg von der Monokultur hin zur tatsächlichem Vielfalt.

Was wäre das wohl für ein Gefühl, wenn mir eine Freundin eines Tages sahen würde:“Du, ich studiere jetzt Landwirtschaft und meine Schwester wird eine Ausbildung zur Elektrikerin absolvieren.“

„Coolio, was gibt’s zu essen?“

DER SCHLÜSSEL

Viele Menschen fragen sich im Laufe ihres Lebens, wie es zu Gräueltaten, Ungerechtigkeiten oder anderen Missständen kommen könne. Je nachdem wie wir sozialisiert wurden, interessieren wir uns dann entweder für uns und ggf. noch die Nachbarschaft oder strecken unsere Fühler Richtung Welt aus.

Kriege, Diskriminierung, Armut, der Mangel an Respekt oder Achtung. Alles findet seinen Ursprung in der Kindheit jeweiliger Protagonisten.

Niemand hört es gerne, aber ja, die Kindheit ist der Schlüssel.

Wer eine Kindheit in Angst oder unter Gehorsam und Druck hatte, wird sich auf welchem Weg auch immer später zu einen mangelhaften Erwachsenen entwickeln.

Ungeliebte Kinder werden so zu lieblosen Erwachsenen. Kinder denen Leid zur Normalität erklärt wird, entwickeln später oftmals zunächst eine gestörte Beziehung zu sich und dann zu allen anderen.

Je nach Ausprägung der widerfahrenen Gewalt, kann das Kind sich nicht störungsfrei entwickeln, entfalten und ausprobieren. Je stärker der Erwachsene seine Macht demonstriert, umso höher der Wunsch des Kindes ebenfalls endlich Macht zu erlangen. Etwas zurückzugeben, was ausgeteilt wurde.

Nun sind nicht ausschließlich die Eltern an dieser Misere Schuld. Auch Erzieher, Pädagogen, LehrerInnen und andere Erwachsene suggerieren dem Kind häufig unfertige Menschen zweiter Klasse zu sein. Wer sich auf Körpergröße und mangelnde Erfahrung reduziert fühlt, wird wenig Selbstvertrauen entwickeln können. Es fehlt an Selbsteinschätzung und die Außenwahrnehmung gilt als unumstößlich.

Natürlich gibt es Kinder die später rebellieren und sich endlich kennenlernen dürfen. Ihnen mag der Sprung in das Erwachsenenleben gelingen und sie sind es, die später weder den Drang haben zu unterdrücken, noch weiterhin an Mamas Hand genommen zu werden.

Der Rest bleibt da wo er vermeintlich glaubt hinzugehören.

Dabei entscheiden wir unbewusst zwar, ob wir Aggressionen aufbauen und für Außenstehende fortan bösartig wahrgenommen werden wollen oder ob wir uns demütigen, ängstigen lassen und unser Korsett der Kindheit niemals abstreifen. Beide Rollen sind kontraproduktiv. Beide Rollen sind von Kindesbeinen an fremdbestimmt und uns auferlegt worden. Wir sind nicht wir. Wir sind das Produkt eines oder mehrerer Erwachsener.

Diesen Kreis können Kinder nicht durchbrechen ohne unsere Hilfe. Sie brauchen Erwachsene die begreifen. Sie brauchen Unterstützung auf diesem Weg der Autonomie und Nächstenliebe. Wenn wir ihnen liebevoll begegnen, werden sie in der Lage sein diese Liebe weiterzugeben.

Sind Verbrechen zu verhindern? Vermutlich. Wenn Lehrer lernen achtsam und geduldig zu bleiben. Wenn Menschen die keine Kinder wollen, auch keine Kinder bekommen. Wenn ein Staat Kinder nicht als schwächstes Glied zu behandeln oder als Ressource im Kampf um Wirtschaftsmacht.

Je kleiner wir das Ego unserer Kinder halten, umso größer ihr Bedürfnis es uns und der Welt später heimzuzahlen. Denken wir kleiner. Denken wir uns zum Ursprung.

GENERATION UMSONST

Bei einem Parkausflug mit einer Schulklasse, kamen wir an einem Eisladen vorbei. Nicht jedes Kind hatte Geld dabei und so bekam der Eisverkäufer schnell Mitleid. Er gab jedem Kind ein Eis für einen Euro aus, wer mehr wollte und es sich leisten konnte, hatte die Wahl mehr zu erwerben.

Einige Wochen später, gleiches Spiel. Diesmal waren es jedoch die Kinder die ihr Gratis-Eis einforderten und auf ihre leeren Taschen zeigten. Ich ging dazwischen und teilte allen Kindern mit, wer kein Geld bei sich hätte, müssen eben verzichten. Die Alternative wäre gewesen, sich das Eis von der besten Freundin auslegen zu lassen oder wir würden solidarisch alle einmal auf das geplante Eis verzichten.

Heute fiel mir auf, dass ganze Scharen im Internet an Gewinnspielen teilnehmen würden, sich sogenannte InfluencerInnen gratis mit Schnick und Schnack eindeckten und eine Kultur der Bettler und Spendenaufrufe entstehen konnte.

Ob Wishlists bei Amazon oder Aufrufe die PayPal-Kasse für den guten Zweck zu füllen. Jeder hat einen scheinbar wichtigen und besonderen Grund sich seinen Luxus finanzieren zu lassen.

Wo früher gespart oder verzichtet werden musste, reichen heute ein paar Klicks und eine große Portion Glück. Sich gut selbst zu verkaufen, ist dabei genauso wichtig, wie eine anständige Followerzahl, die Massen erreicht und somit die Wahrscheinlichkeit erhöht, irgendwem das Herz zu erweichen.

Natürlich brauchen Alleinerziehende oder Menschen mit Behinderung oftmals mehr Unterstützung bei der Anschaffung des täglichen Bedarfs. Selbst die arbeitenden Menschen unter ihnen, haben oftmals nicht die Chance in den Urlaub zu fahren oder sich häufig an Ausflügen zu beteiligen. Es war aber sicher auch nie so einfach wie heute seine Portokasse auffüllen zu lassen. Ob Wohngeld, Hartz 4 oder staatliche Zuschüsse, mit viel Geduld und etwas findigen Kompetenzen, lässt sich alles regeln. Dann gibt es aber natürlich noch Bedürfnisse die über Wohnung und regelmäßige Mahlzeiten hinausgehen. Erholung zum Beispiel. Teilhabe am Sozialleben. Spaß und Unterhaltung. Alles Luxus der keiner sein sollte. Normal eben.

Wer sich das früher nicht leisten konnte, musste verzichten oder mehr arbeiten. Wer nicht verzichten wollte oder die Chance hatte zu arbeiten, versank in Armut und Verzweiflung oder pumpte Geld beim besten Freund. Wer keinen besten Freund hatte, wurde auch schonmal kriminell.

Mir sind diese Strukturen klar. Ich weiß um die Härte des Lebens und die Ungleichheit bei der Verteilung von Gütern und Macht. Ich stelle mir dennoch oft die Frage, warum einige Menschen immer wieder glauben, dieses Leben sei ihnen etwas schuldig?

Wieso sie denken, alles müsste gratis sein? Wieso sie denken, ausgerechnet ihr Bedürfnis sei schneller und vorrangig zu dem aller anderen zu erfüllen. Ist es nämlich nicht.

Wenn die Wishlist leer gekauft wurde, die Spendengelder in Urlaub und Kleidung geflossen sind und Gratisproben irgendeiner neuen hippen Firma zugesandt wurden, könnte das Maß voll sein. Bedürfnisse befriedigt, erste Last genommen. Jetzt wäre jemand anderes dran.

Aber wie bei den Kindern im Eisladen, scheint die Hemmschwelle zu sinken und aus dem „ich bin nicht der Nabel der Welt“, wird ein „ich habe noch Anrecht auf!“.

Während man den Kindern keine Vorwürfe für dieses Denken machen kann, könnte man sich schon fragen, ob Erwachsene sich hier nicht völlig egoistisch und ich-zentriert bewegen. Ob die Anschaffungen alle notwendiger sind, als bei anderen. Ob der Sinn des Geldverdienens, um es entsprechend auszugeben, nicht verfehlt wird, wenn fremdes Geld rausgeworfen wird usw.

Natürlich kann man jetzt sagen, ich sollte ärmere Menschen nicht beschämen, in dem ich ihnen das Bisschen Luxus auch noch abspreche. Richtig. Aber sind InfluencerInnen am Hungertuch nagende Menschen oder einfach nur unersättliche Kinder, die nie gelernt haben mit Geld umzugehen? Sind die Spendenaufrufe gerechtfertigt oder entspringen sie dem Gedanken schnell und einfach anderen ihr verdientes Geld aus der Tasche zu ziehen? Ist es fair, aufgrund einer bestimmten Followerzahl mehr Zeug zu erhalten, als kleine Accounts, die aber wohlmöglich wirklich noch etwas benötigen?

Es ist immer eine Frage der Moral. Eine Frage des Standpunkts.

Wer viel hat, gibt nicht unbedingt mehr. Wer viel hat, möchte seinen Reichtum vermehren. Was einmal gelang, könnte ja immer wieder fruchten. Und sei es auch nur, sich noch mehr Krempel zuschicken zu lassen. Sich noch einen Urlaub spendieren oder einen Zuschuss zu gewähren.

WISCH DIR DIE SPUCKE WEG, SANDY

Meine Güte bist du selbstgerecht, auf deinem schweren Weg der Erkenntnis.

Du treibst sie an, vor dich her, in deiner eindimensionalen Welt, die nur zwischen schwarz und weiß unterscheidet.

Jedes Opfer von dir gemacht. Der Täterin.

Deine Stimme sorgt für Stimmung. Und wofür? Weil es sich kurz lebendig anfühlt anderen Emotionen hervorzulocken. Da sie dir vielleicht fehlen. Da dort wo einst ein Herz war, nur noch ein Klumpen Wut hockt.

Deine Einschätzung bringt andere zu Fall. Einst bist auch du gefallen. Tief immer tiefer. Diesen Hass spürst du noch. Du holst ihn immer wieder hervor, wenn es anderen besser geht als dir. Wenn sie lachen, wenn sie Freude haben. Wenn du wieder nicht mitspielen darfst, weil du eingesperrt bist in einem Leben ohne Leben.

Dein Schicksal war gemein zu dir. Hart. Dein Weg immer steinig. Deinen Höhen folgten Tiefen.

Wer jetzt höher steht, wird auf den Boden gezogen. Durch Worte, durch Taten. Manchmal vom Rechner aus, oft aus der Feder deines Smartphones. Anonymität gibt dir Recht, Fremde dir Macht. Niemand kennt dich. Niemand weiß um deine wahren Beweggründe. Deinen Wunsch endlich in starken Armen zu liegen. In weiche Augen zu sehen. In Liebe empfangen zu werden.

Da ist ein leerer Raum, wo du ihn mit Freude füllen würdest. Je weniger du vom Leben geschenkt bekommst, umso weniger haben die anderen Fülle verdient. Liebe nur für andere? Nicht mit dir!

Und so schreibst du gegen sie an. Mobbing ist ein Scheißdreck gegen deine taktischen Feldzüge. Manipulation lautet die Devise. Sich andere Wütende zum Freund machen. Sich endlich nicht so einsam fühlen, auch wenn die anderen dir im Grunde keinen Zentimeter zu nahe treten dürfen.

Deine Komfortzone ist die Einsamkeit. Da kennst Du dich aus. Von dort aus schmiedest du Rache an all den Glücklichen. An all denen, die dich meiden und missachtet haben. Du bist komisch. Du bist schwach. Du bist eine traurige Gestalt.

Traurige Gestalten sollte man umarmen und ihnen mit Liebe begegnen. Es fällt mir in deinem Fall schwer. Du bist all das, was ich nicht sein möchte und was ich nur heilen mag, weil ich hoffe deine selbstgerechte und böswillige Seite gebe dann nach.

Befreie dich! Befreie uns von dir! Werd erwachsen und heile deine innere Welt!

Aber zuerst: Wisch dir die Spucke weg.